Das Paar AUD/USD fällt während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch auf rund 0,7120. Erwartungen einer US-Zinserhöhung bieten dem US-Dollar (USD) etwas Unterstützung und wirken als Gegenwind für das Paar. Händler bereiten sich auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) später am Mittwoch vor.
Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 92,4% ein, dass die US-Notenbank auf ihrer geldpolitischen Sitzung im September am Mittwoch die Zinsen um 25 Basispunkte (bps) anheben wird.
"Eine Erhöhung um 25 Basispunkte ist zu etwa 90% eingepreist, was darauf hindeutet, dass der Dollar einen moderaten Schub erhalten wird, wenn die Fed anhebt," sagte Carol Kong, Währungsstrategin bei der Commonwealth Bank of Australia in Sydney.
Fed-Chef Kevin Warsh wird nach der geldpolitischen Sitzung am Mittwoch eine Pressekonferenz abhalten. Sollte Warsh das Risiko weiterer Zinserhöhungen herunterspielen, könnte dies den Greenback kurzfristig belasten. Andererseits könnten hawkische Äußerungen von Fed-Entscheidungsträgern den USD gegenüber dem AUD stützen.
An der Aussie-Front hat die Reserve Bank of Australia (RBA) den Official Cash Rate (OCR) nach drei aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen Anfang dieses Jahres bei 4,35% belassen. Allerdings wachsen die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen aufgrund hartnäckig hoher zugrunde liegender Inflation.
Laut RBA Rate Tracker preisen die Märkte derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 78% ein, dass die australische Zentralbank den Official Cash Rate (OCR) auf der nächsten Sitzung des RBA Board auf 4,60% anheben wird.
Analysten von Societe Generale weisen darauf hin, dass sich die jüngste Phase des globalen Ausverkaufs bei Anleihen auf Australien ausgeweitet hat, wobei "die Renditen 10-jähriger Aussie-Anleihen um 8 Basispunkte auf 5,41% sprangen, nachdem sie in den USA über 5% gestiegen waren." Sie argumentieren, dass "Treasuries seit dem Überschreiten der Marke von 4,90% in der vergangenen Woche überdehnt waren," und fügen hinzu, dass für deutsche Schuldtitel "das entsprechende Niveau beim Bund 3,30% war," was verdeutlicht, wie stark sich die Kernmärkte in kurzer Zeit bewegt haben.
Im Tages-Chart hält sich AUD/USD oberhalb des einfachen 100-Tage-Durchschnitts (SMA) und der unteren Bollinger-Band-Grenze, was trotz des jüngsten Rücksetzers von früheren Höchstständen auf eine weiterhin konstruktive Tendenz hindeutet. Der Relative Strength Index (RSI) bei etwa 47 hat sich wieder in Richtung neutral bewegt, was eher auf nachlassendes Aufwärtsmomentum als auf eine klare bärische Wende hindeutet.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim mittleren Bollinger-Band, dem 20-Tage-SMA, um 0,7170, wobei das obere Band nahe 0,7230 als anschließende Begrenzung fungiert, falls die Bullen wieder die Kontrolle übernehmen. Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung nahe dem aktuellen Bereich um 0,7125, vor dem unteren Band bei 0,7108, während ein Bruch darunter den 100-Tage-SMA bei 0,7080 als nächste wichtige Untergrenze freilegen würde.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.