Das Währungspaar USD/CAD gewinnt im frühen europäischen Handel am Montag auf nahe 1,4030 an Stärke. Ein Rückgang der Rohölpreise belastet den rohstoffgebundenen Kanadischen Dollar (CAD) gegenüber dem US-Dollar (USD). Die Daten zum US ISM-Einkaufsmanagerindex (EMI) für das verarbeitende Gewerbe werden später am Montag veröffentlicht.
Die Ölpreise fallen angesichts der Hoffnung auf US-Iran-Gespräche deutlich. US-Präsident Donald Trump sagte einen geplanten Militärschlag gegen den Iran ab und erklärte, dass später am Tag neue Gespräche mit Teheran beginnen würden, was die Sorgen über mögliche Versorgungsunterbrechungen lindert. Es ist erwähnenswert, dass Kanada ein bedeutender Ölexporteur ist und niedrige Rohölpreise in der Regel negative Auswirkungen auf den Loonie haben.
Die US-Arbeitsmarktdaten werden am Freitag im Mittelpunkt stehen. Es wird erwartet, dass die US Nonfarm Payrolls (NFP) im Juli um 91.000 steigen, nach 57.000 zuvor. Die Arbeitslosenquote dürfte im Juli auf 4,3% steigen, nach 4,2% im Juni. Sollten die Berichte stärker als erwartet ausfallen, würde dies die Wetten auf eine US-Zinserhöhung im September untermauern und den Greenback stützen.
Die US-Notenbank (Fed) beschloss auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Juli in der vergangenen Woche, die Zinsen unverändert zu lassen. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von fast 64,7% für eine Zinserhöhung im September ein, nach etwa 77% vor der Juli-Sitzung der Fed.
Analysten der Scotiabank weisen darauf hin, dass der Kanadische Dollar Unterstützung durch "den allgemein schwächeren USD-Unterton, der sich in den vergangenen Tagen entwickelt hat," erhalten hat, fügen jedoch hinzu, dass die Währung "etwas Schwierigkeiten hat, sich im USD/CAD durch den Bereich von 1,40 zu bewegen", was trotz des verbesserten Umfelds auf anhaltenden Widerstand hindeutet.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.