Der britische Energiekonzern BP stellt sein Öl- und Gasgeschäft in der britischen Nordsee zum Verkauf. Mit dem Schritt treibt Konzernchefin Meg O'Neill den Umbau des Unternehmens voran und will das Portfolio stärker auf Geschäftsbereiche mit höheren Renditen ausrichten.
Mit einem Verkauf würde für BP eine mehr als 60-jährige Ära als Betreiber von Förderanlagen in der Nordsee enden. Zum Geschäft gehören fünf Produktionszentren, die im vergangenen Jahr zusammen rund 117.000 Barrel Öläquivalent pro Tag förderten. Das entsprach etwa fünf Prozent der gesamten Konzernproduktion.
Während des Verkaufsprozesses will BP den Betrieb der Anlagen fortführen. Unverändert im Konzern verbleiben sollen das britische Geschäft mit Flugkraftstoffen, das Tankstellennetz, die Handelsaktivitäten sowie der Unternehmenssitz in London.
Marktbeobachter schätzen den Wert des Geschäfts auf rund 2,0 bis 2,6 Milliarden US-Dollar. Die hohen Verpflichtungen für den späteren Rückbau der Anlagen könnten einen Verkauf jedoch erschweren. Als mögliche Interessenten gelten mehrere etablierte Förderunternehmen mit Aktivitäten in der Nordsee.
Der geplante Verkauf reiht sich in den Rückzug großer Energiekonzerne aus der reifen Nordsee-Region ein. Die Förderung ist dort seit Jahren rückläufig, während die Produktionskosten deutlich über dem weltweiten Durchschnitt liegen.
Für BP ist der Schritt Teil der strategischen Neuausrichtung unter der seit April amtierenden Vorstandsvorsitzenden Meg O'Neill. Der Konzern legt den Fokus wieder stärker auf das Öl- und Gasgeschäft, den Schuldenabbau sowie eine Straffung seiner Unternehmensstruktur.