Ripple (XRP) steht zum Wochenauftakt weiter unter Druck und nähert sich der psychologisch wichtigen Marke von 1,00 US-Dollar. Auslöser sind neue Inflationssorgen in den USA, nachdem die US-Notenbank die Leitzinsen unverändert gelassen hatte. Zwei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses sprachen sich dabei für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte aus.
„Drei Notenbankvertreter – Hammack, Kashkari und Logan – stimmten für eine sofortige Zinserhöhung um 25 Basispunkte und verstärkten damit die Sorgen, dass der Inflationsdruck weiterhin hoch genug ist, um den Ausschuss zu einer restriktiveren Geldpolitik zu veranlassen“, erklärten Analysten von Crypto Finance.
Die Risikobereitschaft der Anleger nimmt in dieser Woche weiter ab. Der Fear & Greed Index fiel von 28 auf 25 Punkte und liegt damit klar im Bereich „Angst“. Das anhaltend vorsichtige Marktumfeld dürfte das Aufwärtspotenzial von XRP begrenzen und zusätzlichen Verkaufsdruck begünstigen.

Die Zuflüsse in Spot-ETFs auf XRP stiegen am Donnerstag auf knapp 6 Millionen US-Dollar, nachdem sie am Vortag lediglich rund 585.000 US-Dollar betragen hatten. Seit Beginn der Woche summieren sich die Nettozuflüsse bis Donnerstag auf etwas mehr als 7 Millionen US-Dollar. Das spricht trotz der insgesamt verhaltenen Stimmung am Kryptomarkt infolge geopolitischer Spannungen und makroökonomischer Unsicherheiten für gezieltes Interesse an XRP-Anlageprodukten.

Unterdessen bleibt die Nachfrage privater Anleger stabil. Das Open Interest bei unbefristeten XRP-Futures lag am Freitag im Durchschnitt bei 2,28 Milliarden XRP und damit nur leicht über den 2,27 Milliarden XRP des Vortages. Setzt sich der Anstieg gegenüber den 2,10 Milliarden XRP vom 13. Juli fort, könnte dies den Verkaufsdruck auffangen und den Weg für einen Anstieg über den Widerstand bei 1,10 US-Dollar ebnen.

XRP wird derzeit bei 1,07 US-Dollar gehandelt und zeigt damit weiterhin ein kurzfristig schwaches Chartbild. Der Kurs notiert deutlich unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage. Als erste Widerstandszone gilt der Bereich um das 78,6-Prozent-Fibonacci-Retracement bei rund 1,12 US-Dollar sowie der 50-Tage-Durchschnitt bei 1,13 US-Dollar. Diese Kombination spricht weiterhin für ein erhöhtes Abwärtsrisiko.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei etwa 44 Punkten und signalisiert eine nachlassende Dynamik, ohne bereits auf einen überverkauften Markt hinzuweisen. Gleichzeitig bleibt das Histogramm des MACD leicht negativ und deutet auf anhaltenden, wenn auch nicht besonders starken Verkaufsdruck hin.
Auf der Oberseite wartet der erste Widerstand am 78,6-Prozent-Fibonacci-Retracement bei etwa 1,12 US-Dollar, gefolgt vom 50-Tage-Durchschnitt bei 1,13 US-Dollar. Darüber bilden der 100-Tage-Durchschnitt bei 1,21 US-Dollar und das 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 1,22 US-Dollar eine breitere Widerstandszone für den Fall einer stärkeren Erholung. Weitere Hürden liegen am 50-Prozent-Fibonacci-Retracement bei rund 1,28 US-Dollar sowie am 38,2-Prozent-Niveau bei 1,34 US-Dollar. Darüber folgen der 200-Tage-Durchschnitt bei etwa 1,41 US-Dollar und das 23,6-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 1,42 US-Dollar.
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Auf der Unterseite rückt die nächste wichtige Unterstützung im Bereich von 1,01 US-Dollar in den Fokus. Dort verläuft sowohl das vorherige Verlaufstief als auch die 100-Prozent-Fibonacci-Marke. Sollte die Abwärtsbewegung anhalten, könnte dieser Bereich den Verkäufern zunächst Widerstand entgegensetzen.