Das Paar USD/JPY klettert am frühen asiatischen Handel am Donnerstag auf rund 160,55. Der japanische Yen (JPY) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) auf ein fast sechs Wochen tiefes Niveau ab, nachdem ein heißer US-Inflationsbericht die Erwartungen an länger anhaltend höhere Zinssätze der US-Notenbank (Fed) befeuert hat. Die Märkte sind wegen möglicher Devisenmarktinterventionen durch die japanischen Behörden in höchster Alarmbereitschaft.
Die US-Inflation beschleunigte sich im Mai auf das schnellste Tempo seit mehr als drei Jahren, da der Krieg im Iran die Energiepreise in die Höhe trieb, wie das US Bureau of Labor Statistics (BLS) am Mittwoch mitteilte. Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im Mai im Jahresvergleich um 4,2 % gegenüber 3,8 % im April. Diese Zahl entsprach den Markterwartungen.
Auf Monatsbasis stieg der VPI um 0,5 % und entsprach damit der Prognose. Schließlich stieg der Kern-VPI, der volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, im Monats- und Jahresvergleich um 0,2 % bzw. 2,9 %. Nach dem heißen Inflationsbericht haben sich die Markterwartungen aggressiv von jeglicher verbleibender Hoffnung auf Zinssenkungen in diesem Jahr abgewandt, was den Greenback stützt.
Das potenzielle Aufwärtspotenzial für das Paar könnte angesichts der Befürchtungen vor einer Währungsintervention durch die japanischen Behörden begrenzt sein. Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte am Dienstag, dass die Regierung die Bewegungen am Devisenmarkt genau beobachte. Sie betonte, dass Japans Haltung unverändert bleibe und man bereit sei, bei Bedarf entschlossene Schritte zu unternehmen, um die Marktstabilität zu gewährleisten.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.