West Texas Intermediate (WTI) gibt am Freitag nach, da Händler nach dem 6%-Sprung vom Vortag Gewinne mitnehmen. Allerdings begrenzt der sich ausweitende Krieg im Nahen Osten das Abwärtspotenzial, da sich die Angebotsrisiken rund um zwei wichtige Energie-Schifffahrtsrouten, die Straße von Hormus und Bab al-Mandab, verschärfen.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wird WTI bei rund 89 USD pro Barrel gehandelt und liegt damit in dieser Woche immer noch etwa 9 % im Plus.

Aus technischer Sicht ist der Ausblick klar bullish. WTI hat sich vom Monatsbeginn nahe 67 USD erholt und anschließend seinen 50-Tage-, 100-Tage- und 200-Tage-Simple Moving Averages (SMAs) zurückerobert. Der Preis testet nun erneut den 100-Tage-SMA bei 88,30 USD, der als unmittelbare Unterstützung dient.
Momentum-Indikatoren untermauern den bullishen Ton. Der Relative Strength Index (RSI) pendelt nach einem kurzen Ausflug in den überkauften Bereich nahe 65, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD) im positiven Bereich bleibt, was darauf hindeutet, dass die Käufer die Kontrolle behalten. Unterdessen deutet der Average Directional Index (ADX) im niedrigen 30er-Bereich auf einen sich verstärkenden Trend hin.
Auf der Oberseite fungiert das Hoch vom Donnerstag bei 92,25 USD als unmittelbarer Widerstand, gefolgt von der horizontalen Marke bei 95,00 USD. Ein nachhaltiger Ausbruch über diesen Bereich könnte den Weg in Richtung der psychologischen Marke von 100,00 USD ebnen, gefolgt vom kriegsbedingten Hoch nahe 113,00 USD.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim nahegelegenen 100-Tage-SMA um 88,31 USD, gefolgt vom 50-Tage-SMA nahe 82,16 USD und dann dem 200-Tage-SMA um 74,55 USD, Niveaus, die zusammen eine breite Nachfragezone definieren, die aufgegeben werden müsste, um eine tiefere Korrekturphase zu signalisieren.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mit Hilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.