Der Goldpreis (XAU/USD) tendiert am Freitag höher, während sich der Greenback behauptet, auch wenn die wachsende Spekulation, dass der US-Iran-Krieg länger als erwartet dauern könnte, letztlich die Aussichten für das gelbe Metall belasten könnte. XAU/USD notiert bei 4.065 USD, ein Plus von 0,38%.
Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb aus sechs Währungen abbildet, liegt leicht höher bei 101,46 und steuert auf einen Wochengewinn von über 0,60% zu. Das gelbe Metall wird zudem durch den Rückgang der US-Treasury-Renditen gestützt, wobei die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Anleihe um drei Basispunkte auf 4,667% fällt.
Die jüngste geopolitische Nachrichtenlage hat im Golfkrieg keine wesentliche Veränderung gebracht. Berichten zufolge will Pakistan auf Drängen Chinas die Gespräche zwischen den USA und dem Iran wieder aufnehmen. Unterdessen erklärte Trump, dass ihm die Geduld mit dem Iran ausgeht, und bestätigte, dass China und Russland dem Iran keine Waffen liefern oder verkaufen.
Der Freitag war nach US-Maßstäben ereignisarm, während die Geschäftstätigkeit stabil blieb. Der S&P Global Manufacturing PMI fiel leicht von 53,9 auf 53,8 und blieb damit unter der erwarteten Marke von 54,5. Der Services PMI stieg unterdessen von 51,2 auf 53,6 und übertraf damit die Prognosen von 51, gestützt durch die im Land ausgetragene Weltmeisterschaft.
Der Anstieg des Edelmetalls wird auch durch nachgebende Ölpreise unterstützt. West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, liegt 3,83% tiefer bei 88,79 USD, dürfte die Woche aber mit einem Plus von über 8,50% beenden.
Die Geldmärkte erhöhten weiter die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve (Fed) auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche. Am 29. Juli dürfte die Fed die Zinsen unverändert lassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank die Zinsen unverändert lässt, liegt bei 59%, während eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) mit fast 41% eingepreist ist.
Für die Sitzung im September liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung laut Prime Terminal-Daten bei 84%.

Neben der Fed-Sitzung in der kommenden Woche werden Händler auch die US-Einzelhandelsumsätze und Auftragseingänge für langlebige Güter sowie Arbeitsmarktdaten, die BIP-Zahlen für das zweite Quartal und den Bericht zu den persönlichen Konsumausgaben im Blick behalten.
Der Abwärtstrend bei Gold bleibt intakt, da die Marktstruktur erst dann beeinträchtigt wäre, wenn XAU/USD über das am 17. Juni markierte Zyklushoch bei 4.382 USD steigt. Weitere Anzeichen für Rückenwind für den Abwärtstrend sind, dass die 50-, 100- und 200-Tage-Simple-Moving-Averages (SMAs) über dem Kassakurs des gelben Metalls liegen und dass Verkäufer die Preise wieder unter eine Widerstandstrendlinie drücken.
Auch das Momentum zeigt weiter nach unten, wobei der Relative Strength Index (RSI) rückläufig bleibt. Daher führt der Weg des geringsten Widerstands nach unten.
Die erste Unterstützung liegt bei 4.000 USD, gefolgt vom aktuellen Jahrestief (YTD) bei 3.941 USD. Ein Bruch dieser beiden Niveaus ebnet den Weg für einen Test des Tiefs vom 28. Oktober 2025 bei 3.886 USD, wobei weitere Unterstützung am ehemaligen Swing-Hoch, das nun als Unterstützung dient, bei 3.500 USD zu sehen ist, das am 22. April 2025 erreicht wurde.
Umgekehrt müssen Käufer, wenn sie auf höhere Preise abzielen, die Marke von 4.100 USD überwinden. Darüber ist das Wochenhoch bei 4.165 USD das nächste Ziel, gefolgt vom Widerstand bei 4.200 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.