Laut der neuesten eigenen Verbrauchererwartungsumfrage (CES) der Europäischen Zentralbank (EZB) erhöhten die Verbraucher sofort ihre Aufmerksamkeit für Preisänderungen, als der Konflikt im Iran begann, obwohl die Inflation noch bei etwa 2 % lag, dem Zielniveau der Zentralbank, berichtet Reuters.
Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Verbraucher den Krieg im Iran mit einer potenziellen „doppelten Narbe“ erleben.
Diese beiden Narben könnten sich gegenseitig verstärken und werden wahrscheinlich die Verbrauchererwartungen und das Verhalten in den kommenden Monaten prägen, da Konflikte und erhöhte makroökonomische Unsicherheit anhalten.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.