Das Währungspaar AUD/JPY notiert am frühen Freitag in der europäischen Sitzung nahe 114,00 im negativen Bereich. Die jährliche Kerninflation des Verbraucherpreisindex (VPI) in Tokio blieb im Mai zum vierten Mal in Folge unter dem 2%-Ziel der Bank of Japan (BoJ), wie die am Freitag veröffentlichten Daten zeigten. Analysten erwarten jedoch, dass die Inflation in den kommenden Monaten wieder anzieht, da steigende Ölpreise und höhere Importpreise aufgrund eines schwachen JPY die BoJ unter Druck setzen, die Zinssätze anzuheben.
Andererseits haben Händler die Erwartungen an sofortige Zinserhöhungen der Reserve Bank of Australia (RBA) zurückgeschraubt, nachdem die australische VPI-Inflation im April weniger stark gestiegen ist als erwartet, was den Aussie belastet.
Die Finanzmärkte haben laut dem ASX RBA Rate Tracker eine Wahrscheinlichkeit von fast 93 % eingepreist, dass die australische Zentralbank den Leitzins (Official Cash Rate, OCR) auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Juni unverändert lässt.
Im Tages-Chart hält AUD/JPY eine konstruktive bullische Tendenz, da es sich knapp unter dem oberen Bollinger-Band konsolidiert. Der Kurs liegt deutlich über dem 20-Tage-Simple Moving Average (dem mittleren Bollinger-Band) und dem 100-Tage-Durchschnitt, was darauf hindeutet, dass der breitere Aufwärtstrend trotz der jüngsten Pause intakt bleibt. Der Relative Strength Index (14) bewegt sich um 55 und signalisiert ein neutrales bis positives Momentum statt überkaufter Bedingungen, was darauf hindeutet, dass die Käufer noch Spielraum haben könnten, Gewinne auszubauen, falls der Widerstand nachgibt.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand am oberen Bollinger-Band bei rund 114,65; ein Tagesschluss über dieser Barriere würde den Weg für eine Fortsetzung des Anstiegs öffnen. Auf der Unterseite wird die erste Unterstützung am 20-Tage-SMA nahe 113,70 gesehen, mit weiteren Auffanglinien am unteren Bollinger-Band bei etwa 112,78 und dann am 100-Tage-EMA nahe 110,77, wo ein Bruch erforderlich wäre, um die vorherrschende bullische Struktur zu gefährden.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.