Der Euro (EUR) zeigt sich stark und legt gegenüber dem US-Dollar (USD) um beachtliche 0,7 Prozent zu. Damit setzt die Gemeinschaftswährung ihre Erholung fort und macht den Rücksetzer von den Dezember-Hochs in kurzer Zeit wett, berichten die Devisenstrategen Shaun Osborne und Eric Theoret von der kanadischen Bank Scotiabank.
„Der Markt wird derzeit klar von der Stimmung getragen. Auffällig ist die außergewöhnlich hohe Korrelation zwischen dem Euro und seinem Drei-Monats-Risikoreversal, die auf rollierender 21-Tage-Basis aktuell bei 0,96 liegt. Auch fundamental hat der Datenkalender unterstützt: Der ZEW-Konjunkturindex für Deutschland und die Eurozone fiel stärker aus als erwartet. Die Umfrage gilt als wichtiger Frühindikator für die industrielle Entwicklung in Deutschland und dürfte den Entscheidungsträgern der EZB Rückenwind geben, nachdem der Ton in der geldpolitischen Kommunikation zuletzt weniger restriktiv ausgefallen ist.“
„Äußerungen von EZB-Ratsmitglied Villeroy fielen zuletzt ausgesprochen neutral aus und verwiesen auf Inflationsrisiken in beide Richtungen. Zudem steht der EZB erstmals ein Vertreter aus Osteuropa im Direktorium bevor. Boris Vujcic, derzeit Chef der kroatischen Notenbank, wurde am Montag von der Eurogruppe, dem Kreis der Finanzminister der Eurozone, nominiert.“
„Der jüngste Anstieg des Euro ist bemerkenswert: Der Kurs hat die 50-Tage-Linie bei 1,1666 klar überwunden, nachdem zuvor an der 200-Tage-Linie bei 1,1592 eine solide Unterstützung gefunden wurde. Nennenswerte Widerstände sehen wir erst wieder am Hoch von Ende Dezember knapp oberhalb von 1,18. Das Momentum dreht, auch der RSI ist wieder in den positiven Bereich zurückgekehrt. Ein Ausbruch über das Dezember-Hoch würde den Blick auf die obere Begrenzung der seit August bestehenden Handelsspanne lenken, mit einem Ziel am Hoch von Mitte September bei 1,1919. Kurzfristig erwarten wir eine Seitwärtsbewegung zwischen 1,17 und 1,18.“