NZD/USD gewinnt im zweiten aufeinanderfolgenden Handelstag an Boden und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag bei etwa 0,5780. Das Paar steigt, da der Neuseeland-Dollar (NZD) Unterstützung erhält, nachdem das inländische Geschäftsvertrauen im vierten Quartal (Q4) 2025 auf 48% im Vergleich zum Vorquartal gestiegen ist, dem höchsten Stand seit März 2014, und von 18% im dritten Quartal, laut der vierteljährlichen Umfrage zur Geschäftserwartung des New Zealand Institute of Economic Research (NZIER).
Christina Leung, Chefökonomin beim NZIER, sagte, die Umfrage zeige, dass die niedrigeren Zinssätze endlich in die Wirtschaft durchschlagen und die Erholung an Fahrt gewinnt. Leung fügte hinzu, dass die Verbesserung des Sentiments branchen- und regionsübergreifend war, berichtete Reuters.
Der Aufwärtstrend des NZD/USD-Paares könnte eingeschränkt sein, da der US-Dollar (USD) vor den für später am Tag erwarteten Verbraucherpreisindex (CPI)-Daten für Dezember leicht ansteigt. Händler könnten frische Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve (Fed) erhalten.
Die Märkte preisen in diesem Jahr zwei Zinssenkungen der Federal Reserve ein, beginnend im Juni, obwohl eine positive Überraschung bei der Inflation die Aussichten auf eine Lockerung dämpfen könnte. Die Nonfarm Payrolls (NFP) für Dezember verfehlten die Erwartungen und verstärkten die dovishe Perspektive der Fed. Das FedWatch-Tool der CME Group zeigt, dass die Fed-Funds-Futures eine Wahrscheinlichkeit von etwa 95% einpreisen, dass die US-Notenbank die Zinsen bei ihrer Sitzung am 27.-28. Januar unverändert lässt.
Händler bleiben vorsichtig angesichts wachsender Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed. Bundesstaatsanwälte drohten, Fed-Vorsitzenden Jerome Powell wegen seiner Aussage vor dem Kongress über eine Renovierung des Gebäudes anzuklagen, was Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed aufwarf. Investoren warten auch auf ein Urteil des US-Obersten Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit der Zollpolitik von Präsident Donald Trump, das für Mittwoch erwartet wird.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.