Cybersecurity-Aktien steigen kräftig, CrowdStrike springt um 15 %, da KI-Risiken die Nachfrage ankurbeln könnten

Quelle Tradingkey

TradingKey – Am 14. September US-Ostküstenzeit verzeichneten Cybersicherheitsaktien breite Kursgewinne, da bei Anlegern die Sorge wuchs, dass künstliche Intelligenz Risiken für die Menschheit bergen könnte, und mehrere Branchenführer öffentlich dazu aufriefen, das Tempo der Modellentwicklung zu drosseln.

Zum Redaktionsschluss legten CrowdStrike (CRWD) um 15,25 %, Palo Alto Networks (PANW) um 13,98 %, Okta (OKTA) um 12,82 %, Fortinet (FTNT) um 8,87 % und Cloudflare (NET) um 7,79 % zu.

Auslöser für diese Rallye waren geschlossene Äußerungen von Führungsfiguren der KI-Branche bezüglich der Risiken künstlicher Intelligenz. Anleger befürchten, dass KI der Menschheit schaden könnte, weshalb einige Brancheninsider beginnen, ein langsameres Entwicklungstempo zu fordern.

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Aktienkurs-Chart von CrowdStrike, Quelle: TradingView

Erst am Wochenende warnte Anthropic-CEO Dario Amodei, dass die KI-Branche die Modellentwicklung verlangsamen müsse, um potenziell katastrophale Folgen zu vermeiden. Anschließend erklärte OpenAI-CEO Sam Altman, dass die Entwicklung von Spitzen-KI mit „bedachtem Tempo“ voranschreiten müsse, aber nicht stoppen dürfe. SpaceX-CEO (SPCX) Elon Musk, der in diesen Fragen selten einer Meinung mit Amodei und Altman ist, merkte ebenfalls an, dass die Branche ihr Tempo etwas drosseln müsse. Auch Microsoft-CEO (MSFT) Satya Nadella schloss sich der Diskussion an und betonte, dass die KI-Entwicklung ein „umsichtiges Vorgehen“ erfordere.

Der Markt interpretiert dies dahingehend, dass Unternehmen folglich ihre Investitionen in die Infrastruktursicherheit erhöhen werden, was das Umsatzwachstum von Cybersicherheitsunternehmen beschleunigen könnte.

Bemerkenswert ist, dass die Stärke im Cybersicherheitssektor in scharfem Kontrast zur Schwäche bei KI-Hardware steht. Der Philadelphia Semiconductor Index liegt derzeit um mehr als 5 % im Minus, wobei Micron Technology (MU) und Marvell Technology (MRVL) um über 5 % nachgaben, während Intel (INTC) und AMD (AMD) um mehr als 4 % fielen.

Die Kernthese hinter dieser Logik stammt von Kirk Materne, Analyst bei Evercore ISI. In einer Mitteilung an Kunden erklärte er, dass die Nachfrage nach Cybersicherheit und Infrastruktur „weitgehend orthogonal“ zum Fortschrittstempo von Spitzenmodellen sein sollte.

Maternes Begründung lautet, dass autonome Agenten – unabhängig davon, ob sie schneller oder langsamer in Unternehmen Einzug halten als derzeit erwartet – geschützt, gesteuert und überwacht werden müssen; zudem benötigen sie einen kontrollierten Zugriff auf kritische Unternehmensdaten. Unabhängig vom Fortschritt beim Training von Spitzenmodellen sollte das strukturelle Nachfrageumfeld für Cybersicherheit und ausgewählte Infrastrukturwerte daher weitgehend intakt bleiben. Diese Sichtweise redefiniert Cybersicherheit von einer „KI-Gewinner-Aktie“ zu einer „KI-Voraussetzungs-Aktie“. Erstere hängt von der Realisierung des Potenzials von Modellfähigkeiten ab, während Letztere lediglich voraussetzt, dass KI tatsächlich eingesetzt wird.

Materne glaubt, dass der Grund für das Profitieren von Okta und SailPoint im Bereich Identität liegt. Da Identität für Unternehmenskunden nach wie vor eine „oberste Priorität“ darstellt, weisen die Ausgaben im Bereich Identitätssicherheit eine hohe Bindung auf. Unterdessen ergibt sich der zusätzliche Vorteil für Palo Alto Networks und CrowdStrike aus ihrer Positionierung als „Plattform-Anbieter“: Sie können eine konsolidierte Transparenz und Reaktionsfähigkeit über einen breiteren Security Stack hinweg bieten, was sie aus Maternes Sicht langfristig zu den wahrscheinlichsten Gewinnern dieser Ausgaben macht.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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