TradingKey – Am 8. September ET gaben Verizon (VZ) und Corning (GLW) den Abschluss einer mehrjährigen, mehrere Milliarden US-Dollar schweren Glasfaser-Liefervereinbarung für den Zeitraum von 2027 bis 2032 bekannt, die über 80 Millionen Meilen Hochdichte-Glasfaser umfasst, um den US-Breitbandzugang auszubauen und ein Hochdichte-Backbone-Netzwerk zur Unterstützung der Rechenanforderungen generativer KI aufzubauen.
Nach der Ankündigung der Vereinbarung stiegen die Aktien von Corning zwischenzeitlich um mehr als 8 % auf 166,75 US-Dollar.

Quelle: TradingView
Der Schwerpunkt dieser Vereinbarung liegt nicht auf einem einmaligen Kauf, sondern auf einer kontinuierlichen Liefervereinbarung für den mehrjährigen Netzaufbau. Angaben beider Unternehmen zufolge wird Corning Verizon zwischen 2027 und 2032 mit über 80 Millionen Meilen an hochdichten Glasfaserlösungen beliefern. Das Vertragsvolumen erreicht mehrere Milliarden US-Dollar, auch wenn der genaue Betrag nicht bekannt gegeben wurde.
Glasfaser bildet die Infrastruktur für Festnetz-Breitband, Mobilfunk-Backhaul und die Vernetzung von Rechenzentren. Da der Videodatenverkehr, Cloud-Dienste und Anwendungen der künstlichen Intelligenz weiter zunehmen, benötigen Netzbetreiber leistungsfähigere und einfacher bereitzustellende Glasfasersysteme, um Zeit und Kosten beim Netzausbau zu reduzieren. Diese Vereinbarung knüpft den Lieferzyklus an die mittel- bis langfristigen Netzaufbaupläne von Verizon und verdeutlicht, dass sich die Nachfrage nach Glasfaser von traditionellen Zugangsnetzen auf die KI-Infrastruktur ausgeweitet hat.
Kyle Malady, CEO von Verizon Business, erklärte, dass die Partnerschaft dem Unternehmen helfen werde, die Breitbandabdeckung auszubauen und die Kundennachfrage nach höheren Geschwindigkeiten sowie Verbindungen mit geringerer Latenz zu bedienen. Unterdessen erklärte Mike O’Day, Senior Vice President und General Manager von Corning Optical Communications, dass die Zusammenarbeit Glasfasertechnologie nutzen werde, um Haushalte, Unternehmen, Mobilfunknetze und Rechenzentren zu verbinden.
Das Training und die Inferenz für generative KI erfordern die Übertragung riesiger Datenmengen mit hoher Geschwindigkeit zwischen Servern, Speichersystemen und Rechenzentren. Wenn herkömmliche Netzwerkarchitekturen die Bandbreite nicht kontinuierlich steigern und die Latenzzeiten verringern, könnten sie zu Engpässen für die Auslastung der Rechenleistung und die Expansion von Cloud-Diensten werden. Folglich umfassen Investitionen in die KI-Infrastruktur nicht nur GPUs, Server und Rechenzentren, sondern auch die hochleistungsfähigen Glasfaser-Backbone-Netze, die diese Einrichtungen miteinander verbinden.
In seiner Ankündigung verwies Verizon auf seine Strategie „AI Connect“, die eine direkte Verbindung von Rechenzentren über Glasfaserkabel mit ultrahoher Dichte vorsieht und auf Anwendungsfälle für Hyperscale-Cloud-Kunden wie AWS abzielt. Für solche Kunden sind Netzwerkstabilität, Skalierbarkeit und Effizienz bei der Bereitstellung ebenso entscheidend wie die Bandbreite selbst. Hochdichte Glasfasern können eine höhere Übertragungskapazität auf begrenztem Raum im Kabelkanal bereitstellen, wodurch sie sich bestens für den kontinuierlichen Ausbau von Rechenzentrums-Clustern und Metropolennetzen eignen.
Dies bedeutet, dass sich die Partnerschaft zwischen Netzbetreibern und Glasfaseranbietern wandelt. In der Vergangenheit wurde die Glasfasernachfrage hauptsächlich durch die Breitbanddurchdringung bei Privatkunden und den Generationenwechsel im Mobilfunk getrieben; nun entwickeln sich Cloud Computing, KI-Rechenleistung und die Vernetzung von Rechenzentren zu neuen Wachstumstreibern. Die Vereinbarung zwischen Verizon und Corning ist ein treffendes Beispiel für diesen Nachfragewandel.
Aus Branchensicht untermauert diese Vereinbarung die Logik von „Konnektivität als Infrastruktur“. Während der Investitionsfokus in der KI-Wertschöpfungskette häufig auf Chips und Rechenzentren liegt, lässt sich der Datenaustausch zwischen Rechenzentren und die Bereitstellung von Cloud-Diensten ohne ausreichende Glasfaserverbindungen nur schwer realisieren. Die Verknüpfung der Investitionsausgaben von Breitbandbetreibern, Glasfaserherstellern und Cloud-Service-Providern könnte zu einer zentralen Variable werden, die in der Telekommunikationsinfrastrukturbranche zu beobachten ist.
Für Verizon unterstützt die Vereinbarung den Ausbau der Breitbandabdeckung, die Stärkung der Konnektivitätsfähigkeiten im Firmenkundenbereich und das Vorantreiben seiner „AI Connect“-Strategie. Zu den potenziellen Vorteilen gehören neue Breitbandabonnenten, Umsätze mit Unternehmensnetzwerken sowie die Nachfrage nach der Vernetzung von Rechenzentren, wobei diese Zuwächse erst schrittweise durch den anschließenden Netzausbau und entsprechende Kundenverträge realisiert werden müssen.
Für Corning erhöhen langfristige Großaufträge die Auftragssichtbarkeit im Geschäftsbereich Optische Kommunikation und erweitern das Anwendungsspektrum für seine hochdichten Glasfaserprodukte. Anleger sollten den Zeitplan für die Umwandlung von Aufträgen in Umsätze, die Gewinnspannen in der optischen Kommunikation, die Kapazitätsauslastung sowie Veränderungen in den Investitionszyklen der Telekommunikationsbetreiber weiterhin beobachten.