Gold (XAU/USD) tut sich schwer, die frühen Gewinne zu halten, und dreht am Dienstag wieder nach unten, da eine moderate Erholung des US-Dollars (USD) und steigende Ölpreise das Edelmetall belasten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert XAU/USD bei rund 4.400 Dollar, nachdem zuvor ein Intraday-Hoch nahe 4.443 erreicht worden war.
Die Spannungen im Nahen Osten verschärften sich, nachdem von Iran unterstützte Huthi-Rebellen am frühen Dienstag Energieanlagen in vier südsaudischen Städten angegriffen hatten. Die Eskalation folgt darauf, dass die Vereinigten Staaten am Wochenende iranische Schiffe angegriffen und Teheran US-Kriegsschiffe sowie Öltanker ins Visier genommen hatte.
Die Ölpreise setzen ihren Anstieg fort, wobei West Texas Intermediate (WTI) bei rund 91,80 Dollar je Barrel gehandelt wird, nachdem es mit 92,48 Dollar den höchsten Stand seit dem 8. Juni erreicht hatte.
Die jüngsten Feindseligkeiten halfen dem US-Dollar ebenfalls, etwas Boden gutzumachen, nachdem er zuletzt schwach gewesen war, was vor allem durch eine starke Rallye des japanischen Yen (JPY) bedingt war. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, notiert bei rund 98,97, nachdem er sich von 98,72 erholt hatte, dem niedrigsten Stand seit dem 21. August.
Der kurzfristige Ausblick für Gold bleibt herausfordernd. Das Metall gilt allgemein als Absicherung gegen Inflation und geopolitische Spannungen, doch Händler achten zunehmend darauf, wie sich höhere Ölpreise auf Inflation und Zinssätze auswirken könnten. Gold wirft keine Rendite ab und entwickelt sich in der Regel besser, wenn die Finanzierungskosten niedrig sind.
Die Federal Reserve (Fed) hat die Zinsen in diesem Jahr bislang nicht angehoben, doch die Entscheidungsträger haben wiederholt ihre Sorge darüber geäußert, dass die Inflation zu lange über dem 2%-Ziel der Zentralbank bleibt. Der stärker als erwartete US-Arbeitsmarktbericht Nonfarm Payrolls (NFP) vom Freitag hat die Sorgen um den Arbeitsmarkt gemildert und gibt der Fed mehr Spielraum, ihren Fokus auf die Inflation zu richten.
Die Aufmerksamkeit richtet sich daher auf die Sitzung der Fed am 15. und 16. September, wobei das CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von rund 60% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) anzeigt. Die Entscheidung dürfte von den US-Inflationsdaten dieser Woche abhängen.
Der US-Erzeugerpreisindex (EPI) wird am Donnerstag veröffentlicht, gefolgt vom Verbraucherpreisindex (VPI) am Freitag. Höhere Werte könnten die Argumente für eine Zinserhöhung stärken, während schwächere Daten die Erwartungen an höhere Kreditkosten dämpfen und Gold etwas Luft verschaffen könnten. Der US-Wirtschaftskalender ist am Dienstag relativ dünn, mit lediglich dem 4-Wochen-Durchschnitt der ADP-Beschäftigungsveränderung, der zur Veröffentlichung ansteht.

Auf dem Tages-Chart hält sich XAU/USD über den 50-Tage- und 100-Tage-Simple Moving Averages (SMAs) bei rund 4.255 USD bzw. 4.346 USD und stützt damit die breitere kurzfristige Struktur.
Allerdings bildet sich ein mögliches Kopf-Schulter-Muster heraus, wobei sich derzeit die rechte Schulter formt. Die Nackenlinie liegt nahe 4.350 USD und wird durch den 100-Tage-SMA gestützt, was diesen Bereich zu einer wichtigen Unterstützungszone macht. Das Momentum ist neutral, der Relative Strength Index (RSI) liegt nahe 50, während der Average Directional Index (ADX) auf 23 zurückgegangen ist, was darauf hindeutet, dass das Richtungs-Momentum an Stärke verliert.
Ein entscheidender Bruch unter die Nackenlinie bei 4.350 USD würde das bärische Muster bestätigen und den 50-Tage-SMA nahe 4.255 USD freilegen, gefolgt von horizontaler Unterstützung um 4.150 USD und der psychologischen Marke von 4.000 USD.
Auf der Oberseite ergibt sich der unmittelbare Widerstand aus dem 200-Tage-SMA nahe 4.537 USD, während sich weiter oben bei der horizontalen Marke um 4.700 USD eine deutlichere Hürde befindet. Ein anhaltender Anstieg über diese Bereiche wäre erforderlich, um eine stärkere bullische Ausdehnung bei Gold wieder zu eröffnen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.