TradingKey – Wie die Financial Times am 19. August unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete, wurden Nvidias (NVDA) H200-KI-Chips für den chinesischen Festlandmarkt in kleinen Mengen genehmigt.
ByteDance und Tencent haben in den vergangenen Wochen jeweils rund 10.000 H200-Prozessoren erhalten, und auch andere chinesische Technologieunternehmen könnten nacheinander Chiplieferungen in ähnlicher Größenordnung erhalten. Die USA hatten zuvor bestimmten chinesischen Unternehmen den Kauf des H200 genehmigt, wobei jedes Unternehmen bis zu 100.000 Einheiten erwerben durfte.
Obwohl der H200 derzeit nicht der fortschrittlichste KI-Chip von Nvidia ist, bleibt seine Leistung bei rechenintensiven Aufgaben wie dem Training großer Modelle äußerst attraktiv. Dies gilt umso mehr, als chinesische KI-Unternehmen weiterhin zu führenden US-Modellen aufholen, was die Versorgung mit Hochleistungs-GPUs nach wie vor entscheidend macht.
Derzeit besteht eine praktikable Lösung darin, die genehmigten Chips in Hongkong einzusetzen. Da Hongkong im Zollsystem als außerhalb des chinesischen Festlands behandelt wird, erlauben entsprechende US-Lizenzen die Lieferung von H200-Chips nach Hongkong. Allerdings stoßen die Rechenzentrumskapazitäten und die Stromversorgung in Hongkong an ihre Grenzen, was einer großflächigen Bereitstellung praktische Grenzen setzt.
Für Nvidia trägt diese Veränderung zudem dazu bei, den bisherigen H200-Lagerüberhang abzubauen. Die Financial Times berichtete, dass Nvidia derzeit einen Bestand von rund 500.000 H200-Chips hält, die ursprünglich primär für chinesische Kunden vorgesehen waren, deren Auslieferung jedoch aufgrund behördlicher Genehmigungen und Verkaufsbeschränkungen zeitweise blockiert war.
Unterdessen haben Nvidia-Partner wie Lenovo in der vergangenen Woche wieder begonnen, Bestellungen für mit H200-Chips ausgestattete Produkte von ausgewählten chinesischen Kunden entgegenzunehmen, obwohl entsprechende Käufe weiterhin der Genehmigung durch Behörden wie die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission Chinas bedürfen.
Frühere Exportkontrollen haben die Geschäftspräsenz von Nvidia auf dem chinesischen Markt für Rechenzentren-Computing erheblich geschmälert. Das Unternehmen hatte zudem in früheren Quartalsberichten davor gewarnt, dass andauernde Exportbeschränkungen dazu führen könnten, dass es den chinesischen Markt allmählich verliert und Konkurrenten die Möglichkeit erhalten, ihre Entwickler- und Kunden-Ökosysteme auszubauen.