Die auf Singapur ausgerichtete Devisenanalyse der Commerzbank verweist auf robuste heimische Exporte ohne Öl, die vor allem von Elektronik und der Nachfrage rund um künstliche Intelligenz getragen werden. Das Wachstum der sogenannten NODX liegt bereits über der von der Regierung angehobenen Prognose für das Gesamtjahr. Gleichzeitig zeigt sich eine breit angelegte Technologienachfrage bei wichtigen Handelspartnern. Dies dürfte den Singapur-Dollar weiter stützen. Hinzu kommen der steilere Aufwertungspfad des S$NEER durch die Monetary Authority of Singapore (MAS) und der seit Juli zu beobachtende Abwärtstrend beim Währungspaar USD/SGD.
„Die heimischen Exporte ohne Öl (NODX) stiegen im Juli mit 24,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr etwas weniger stark als erwartet, legten aber dennoch kräftig zu. Der Bloomberg-Konsens hatte bei 26,5 Prozent gelegen, nach einem Wachstum von 20,8 Prozent im Juni. Getragen wurde der Anstieg weiterhin fast ausschließlich von der Elektronikbranche, die einen erneuten Rückgang bei den Exporten außerhalb des Elektroniksektors mehr als ausglich. Seit Jahresbeginn liegen die NODX um 19,4 Prozent höher und damit bereits über der jüngst von 3 bis 5 Prozent auf 14 bis 16 Prozent angehobenen Regierungsprognose für das Gesamtjahr.“
„Dagegen gingen die NODX außerhalb des Elektroniksektors im Jahresvergleich um 2,3 Prozent zurück, nach einem Minus von 2,8 Prozent im Juni. Darin spiegelt sich die anhaltende Schwäche bei Chemieprodukten wider, insbesondere bei Pharmazeutika und Petrochemie. Die Pharmaexporte brachen um 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein, nachdem sie im Juni bereits um 18 Prozent gesunken waren. Die Ausfuhren petrochemischer Produkte verringerten sich um 23 Prozent, nach zuvor 28 Prozent. Die Schwäche scheint eher auf anhaltende branchenspezifische Belastungen und Probleme in den Lieferketten zurückzuführen zu sein als auf die jüngsten US-Zollmaßnahmen.“
„Nach Abschluss der Untersuchung nach Section 301 am 24. Juli verhängten die USA einen Zoll von 12,5 Prozent auf rund ein Drittel der heimischen Exporte Singapurs in die Vereinigten Staaten. Pharmazeutika, Halbleiter, bestimmte Elektronikprodukte und Energiegüter sind derzeit allerdings ausgenommen. Dennoch bleibt die Unsicherheit über die US-Handelspolitik ein Abwärtsrisiko für die Exportaussichten insgesamt, insbesondere falls zusätzliche branchenspezifische Zölle oder Handelsbeschränkungen eingeführt werden.“
„Mit Blick nach vorn bleiben die Exportaussichten positiv, da die weltweiten Investitionen in KI-Infrastruktur die Elektronikausfuhren weiter stützen dürften. Die NODX in die USA schnellten im Juli gegenüber dem Vorjahr um 63 Prozent nach oben. Die Lieferungen nach China stiegen um 38 Prozent, nach Südkorea um 53 Prozent und nach Japan um 43 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass die technologiebezogene Auslandsnachfrage geografisch weiterhin breit aufgestellt ist.“
„Am Devisenmarkt fiel USD/SGD gestern angesichts eines schwächeren US-Dollars um 0,1 Prozent auf 1,2780. Seit dem Juli-Hoch von knapp unter 1,3000 weist das Währungspaar einen Abwärtstrend auf. Der Singapur-Dollar dürfte durch das starke Exportwachstum und die Entscheidung der MAS gestützt bleiben, den Aufwertungspfad des S$NEER sowohl bei ihrer Sitzung im Mai als auch im Juli steiler auszurichten. Seit Jahresbeginn hat der Singapur-Dollar gegenüber dem US-Dollar um 0,6 Prozent zugelegt und damit die asiatischen Währungen ohne Japan übertroffen, die im Durchschnitt 1,9 Prozent verloren haben.“