TradingKey – Nach fast zehn Jahren Wartezeit steht der Roadster der nächsten Generation von Tesla (TSLA) womöglich vor seinem offiziellen Debüt.
Einem neuen Bericht von The Information zufolge bereitet Tesla ein Enthüllungs-Event für den neuen Roadster vor, das bereits im August 2026 stattfinden könnte. Anders als bei üblichen Neuvorstellungen von Fahrzeugen plant Tesla diesmal eine spektakuläre Demonstration: Ein limitierter Roadster, der mit Kaltgas-Triebwerken von SpaceX (SPCX) ausgestattet ist, wird auf dem Testgelände von SpaceX in McGregor, Texas, eine Schwebemonstration über dem Boden durchführen.
Das sogenannte „Fliegen“ bedeutet nicht, dass sich der Roadster tatsächlich in ein Flugzeug verwandelt, sondern dass ein mit Hochdruckgas betriebenes Kaltgas-Antriebssystem Schub erzeugt, um das Fahrzeug kurzzeitig vom Boden abzuheben. Da die Triebwerke während des Betriebs enormen Lärm und Schub erzeugen, wird das Demonstrationsfahrzeug ohne Fahrer im Inneren ferngesteuert, und auch die Zuschauer vor Ort müssen einen erheblichen Abstand zum Fahrzeug einhalten.
Dem Bericht zufolge ist man sich bei Tesla intern der hohen Schwierigkeit der Demonstration bewusst, und entsprechende Pläne wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach angepasst. Selbst wenn am Ende jedoch nur ein kurzes Schweben erreicht wird, könnte diese visuell eindrucksvolle Präsentation für Tesla dennoch ein weiteres Ereignis werden, um die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich zu ziehen.
Das Roadster-Projekt selbst hat einen langen und iterativen Forschungs- und Entwicklungsprozess durchlaufen.
2017 enthüllte Tesla überraschend die nächste Generation des Roadster im Rahmen der Präsentation seines Elektro-Lkw Semi und stellte äußerst attraktive Leistungsdaten wie eine Beschleunigung von 0 auf 60 mph in etwa 1,9 Sekunden sowie eine Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern in Aussicht, während erste Auslieferungen für etwa 2020 versprochen wurden. Seitdem wurde dieser Plan jedoch mehrfach verschoben, ohne dass es je zu einer echten Serienfertigung kam. Reuters wies zudem kürzlich darauf hin, dass seit der Erstankündigung des Modells der neuen Generation bereits fast ein Jahrzehnt vergangen ist, Tesla den Verbrauchern aber nach wie vor keinen klaren Zeitplan für die Auslieferung genannt hat.
Im Laufe des F&E-Prozesses veränderte sich auch die Positionierung des Roadster erheblich. Tesla hatte zunächst erwogen, das neue Fahrzeug auf Basis der bestehenden Technologie des Model S Plaid zu entwickeln, schwenkte schlussendlich jedoch darauf um, von Grund auf einen noch extremeren Supersportwagen mit einer leichten Karbonfaserstruktur zu bauen. Da Musk die Anforderungen an Leistung und Innovation kontinuierlich nach oben schraubte, entwickelte sich der Roadster allmählich von einem Hochleistungs-Elektrofahrzeug zu Teslas „Aushängeschild“ für die Demonstration von Spitzentechnologie.
Das Konzept des „Fliegens“ spiegelt diesen Wandel besonders deutlich wider.
Berichten zufolge waren frühe Demonstrationskonzepte noch radikaler als die heutigen; sie sahen vor, dass das Fahrzeug entlang einer magnetisierten, achterbahnähnlichen Rampe fährt, um vor dem Schweben eine Inversion zu vollziehen. Im weiteren Projektverlauf wurden diese komplexen Elemente jedoch nach und nach gestrichen, sodass sich der aktuelle, realistischere Ansatz in erster Linie auf den Effekt konzentriert, dass das Fahrzeug kurzzeitig den Boden verlässt.
Unterdessen hat Tesla auch mit dem Ingenieurteam von SpaceX zusammengearbeitet, um die Kaltgastriebwerk-Technologie gemeinsam voranzutreiben. Für ein ursprünglich für die Bodenfahrt konzipiertes Fahrzeug sind die Gewährleistung der Stabilität nach dem Abheben sowie der Umgang mit Gewicht, Lärm und Sicherheit zentrale Herausforderungen, die gelöst werden müssen, um diese Technologie zur Serienreife zu bringen.
Die Rückkehr des Roadsters ins Rampenlicht könnte dieses Mal mehr bedeuten als nur die Einführung eines neuen Fahrzeugs.
In den letzten Jahren hat Tesla zunehmend auf KI, autonomes Fahren, Robotik und andere neue Geschäftsfelder gesetzt. Unterdessen hat auch der Wachstumsdruck auf das Automobilgeschäft des Unternehmens die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich gezogen. Vor diesem Hintergrund hilft die erneute Präsentation des Roadsters Tesla dabei, gegenüber Anlegern zu betonen, dass das Unternehmen weiterhin in der Lage ist, Hochleistungsfahrzeuge zu bauen und technologische Innovationen im Automobilbereich voranzutreiben.
Besonders bemerkenswert ist, dass der Roadster dieses Mal direkt mit SpaceX-Technologie kombiniert wird, was ihm eine ganz charakteristische Musk-Note verleiht. Zuvor hatte Musk mehrfach vorgeschlagen, den Roadster um ungewöhnliche Technologien wie etwa Triebwerke zu ergänzen, und jüngsten Berichten zufolge ist dieses Konzept nun in die Phase der praktischen Demonstration eingetreten.
Für ein Tesla, das sich zunehmend auf Narrative rund um KI, autonomes Fahren und Robotik stützt, ist ein „fliegender“ Roadster zwar ein echter Blickfang, doch was der Markt letztlich sehen muss, bleibt ein Roadster, der tatsächlich in Serie produziert und ausgeliefert werden kann.

Quelle: TradingView
Im Tageschart setzt der Aktienkurs von Tesla seine Erholung ausgehend von einem Zwischentief bei 297,11 US-Dollar fort und hat die Abwärtstrendlinie durchbrochen, die vom Hoch bei 432,55 US-Dollar ausgeht. Zudem hat die Aktie den gleitenden 20-Tage-Durchschnitt bei 329,14 US-Dollar sowie das 23,6-%-Fibonacci-Retracement-Niveau bei 329,08 US-Dollar zurückerobert. Dies deutet darauf hin, dass sich der kurzfristige Abwärtstrend abgeschwächt hat und der Markt versucht, eine Erholungsstruktur aufzubauen.
Allerdings markierte TSLA kürzlich ein Hoch bei 351,26 US-Dollar, bevor die Aktie bei 342,27 US-Dollar schloss. Dies hinterlässt einen deutlichen oberen Docht im Chart, der zeigt, dass im Bereich von 348 bis 352 US-Dollar weiterhin Verkaufsdruck herrscht. Dabei entspricht die Marke von 348,85 US-Dollar dem 38,2-%-Fibonacci-Retracement-Niveau, während 352 US-Dollar ein jüngstes Intraday-Hoch darstellen; zusammen bilden sie den ersten zentralen Widerstand für die laufende Erholung.
Der RSI erholte sich aus dem überverkauften Bereich auf 48,82 und liegt damit deutlich über seiner Signal-Durchschnittslinie von 37,90, was darauf hindeutet, dass das Abwärtsmomentum nachgelassen hat. Da sich der RSI jedoch noch nicht nachhaltig über der Marke von 50 behaupten konnte, lässt sich dies derzeit nur als technische Erholung und nicht als starker bullischer Trend werten.
Sollte der mit SpaceX-Triebwerken ausgestattete Roadster wie geplant sein Debüt feiern und die Marktstimmung verbessern, sodass TSLA bei hohem Handelsvolumen nachhaltig die Marke von 352 US-Dollar überschreitet, läge das nächste Kursziel bei 364,83 US-Dollar. Ein weiterer Ausbruch könnte die Aktie bis an die Marke von 381,81 US-Dollar führen.
Nach unten hin liegt die erste Unterstützung bei etwa 329 US-Dollar, wo der gleitende 20-Tage-Durchschnitt und das 23,6-%-Fibonacci-Niveau zusammentreffen. Solange sich der Kurs über diesem Bereich hält, bleibt die Erholungsstruktur intakt; ein Rutsch darunter könnte einen erneuten Test des Bereichs von 318 bis 320 US-Dollar auslösen. Unterdessen markiert die Marke von 297,11 US-Dollar das Tief dieser Phase und dient als entscheidende Verteidigungslinie, die von den Bullen gehalten werden muss.