PMorgan Chase hat seine Bankbeziehung mit der Prognosemarkt-Plattform Polymarket Ende 2025 wegen regulatorischer Bedenken beendet. Das berichtet die „Financial Times“.
Dem Bericht zufolge teilte JPMorgan Polymarket im Oktober 2025 mit, dass sich das Unternehmen einen neuen Bankpartner suchen müsse. Polymarket ist inzwischen zu einem anderen Kreditinstitut gewechselt, hat dessen Namen bislang jedoch nicht bekannt gegeben.
Die Entscheidung fiel zu einem Zeitpunkt, als Polymarket an seiner Rückkehr auf den US-Markt arbeitete. Zuvor hatte eine Einigung mit den Aufsichtsbehörden verhindert, dass die Plattform Nutzer in den Vereinigten Staaten bedienen konnte.
Die US-Terminmarktaufsicht CFTC hatte die Polymarket-Muttergesellschaft Blockratize im Januar 2022 wegen des Betriebs einer nicht registrierten Derivatebörse mit einer zivilrechtlichen Geldstrafe von 1,4 Millionen Dollar belegt. Zudem musste die Plattform Märkte einstellen, die nicht den bundesrechtlichen Vorschriften für den Derivatehandel entsprachen.
Seitdem hat Polymarket mehrere Schritte für die Rückkehr auf den US-Markt unternommen. Das Unternehmen übernahm 2025 QCX und QC Clearing und erhielt von Mitarbeitern der CFTC ein Schreiben, das bei bestimmten Berichts- und Aufzeichnungspflichten einen begrenzten Verzicht auf aufsichtsrechtliche Maßnahmen vorsieht.
Im Register der CFTC wird QCX LLC, die unter dem Namen Polymarket US auftritt, inzwischen als zugelassener Kontraktmarkt geführt. Im November änderte die Behörde zudem die Zulassung des Unternehmens, um die Vermittlung über Futures-Kommissionshändler zu ermöglichen.
Das Ende der Bankbeziehung bedeutete offenbar jedoch keinen vollständigen Bruch zwischen den beiden Unternehmen. Polymarket unterhält dem Bericht zufolge über mehrere Gesellschaften, operative Schnittstellen und Kundenmittelströme hinweg weiterhin enge Verbindungen zu JPMorgan. Die Bank soll außerdem Interesse daran haben, einen möglichen künftigen Börsengang von Polymarket als Konsortialbank zu begleiten.
Im Juni berichtete Bloomberg, dass die CFTC eine weitere Untersuchung gegen die Prognosemarkt-Plattform eingeleitet habe. Die Behörde hat eine solche Untersuchung bislang allerdings nicht bestätigt.
Auch die rechtlichen Auseinandersetzungen rund um Prognosemärkte in den USA dauern an. Polymarket und Kalshi erzielten am 27. Juli einen vorläufigen Erfolg gegen das Verbot von Prognosemärkten im US-Bundesstaat Minnesota. Das Gericht betonte jedoch, dass die einstweilige Verfügung keine endgültige Entscheidung darstelle.
Am 12. August kündigte der Stadtrat von New York eine Untersuchung zur Vermarktung von Prognosemärkten an und forderte Polymarket sowie drei weitere Plattformen zur Vorlage von Informationen auf.
Die Entscheidung von JPMorgan fällt in eine Phase, in der Polymarket weiter um Investoren wirbt. Die Prognosemarkt-Plattform plant Berichten zufolge, rund eine Milliarde Dollar bei einer Bewertung von mehr als 20 Milliarden Dollar einzusammeln.
Intercontinental Exchange (ICE), der Mutterkonzern der New York Stock Exchange (NYSE), investierte im Oktober 2025 eine Milliarde Dollar in Polymarket und kündigte im März eine weitere Direktinvestition von 600 Millionen Dollar an.