USD/IDR legt den dritten Tag in Folge zu und notiert am Montag in den frühen europäischen Handelsstunden bei rund 17.700. Das Währungspaar wertet auf, da der US-Dollar (USD) angesichts aggressiver Wetten auf eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) bei der Entscheidung am Mittwoch nach den heißeren US-Inflationsberichten Unterstützung erhält.
Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) beschleunigte sich im August und untermauerte die Erwartungen, dass die US-Notenbank die Zinsen in der kommenden Woche anheben wird. Das CME FedWatch Tool deutet darauf hin, dass die Finanzmärkte eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 87% für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt bei der September-Sitzung der Fed eingepreist haben, nach 59% vor einer Woche.
Von dem Bureau of Labor Statistics am Freitag veröffentlichte Daten zeigten, dass der US-VPI im August gegenüber dem Vormonat um 0,4% stieg, womit der Anstieg über zwölf Monate bei 3,4% lag. Beide Werte entsprachen den Markterwartungen. Der Kern-VPI, der volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert, stieg auf Monatsbasis um 0,3% gegenüber zuvor 0,2% und übertraf damit die Prognose von 0,2%.
Analysten von HSBC heben jedoch hervor, dass jüngste Datenveröffentlichungen die globale geldpolitische Erzählung weg von den USA verschoben haben. Sie weisen darauf hin, dass "die US-Daten seit Anfang Juli konjunkturell enttäuscht haben, während die Daten anderswo fester ausgefallen sind", eine Divergenz, die "zu einer dovishen Neubewertung der Fed-Erwartungen sowie zu einer hawkisheren Neubewertung bei anderen großen Zentralbanken geführt hat." Dieses sich wandelnde Umfeld unterstreiche aus Sicht von HSBC den wachsenden Kontrast zwischen der schwächeren US-Dynamik und der relativ stärkeren Entwicklung in anderen großen Volkswirtschaften.
Darüber hinaus steigt das Währungspaar USD/IDR, da die indonesische Rupiah (IDR) unter dem Anstieg der Ölpreise leidet, der die Inflation weiter anheizen und die fiskalische Lage Indonesiens als Netto-Ölimporteur belasten könnte.
Die Rohölpreise steigen in Richtung eines nahezu Viermonatshochs, nachdem ein Drohnenangriff Saudi-Arabien dazu gezwungen hatte, eine wichtige Rohölpipeline stillzulegen. Diese Unterbrechung hat eine kritische Route stark beeinträchtigt, die traditionell genutzt wird, um die Straße von Hormus zu umgehen. Vorsorglich wurden die Operationen an der Ost-West-Pipeline unmittelbar nach den Angriffen vom Donnerstag ausgesetzt, und die Behörden haben bislang nicht mitgeteilt, wann der Normalbetrieb wieder aufgenommen wird.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.