Der Euro hat nach seiner von der US-Notenbank ausgelösten Erholung etwas an Schwung verloren und bewegt sich wieder in Richtung der Marke von 1,15 US-Dollar. Die Verbraucherpreisdaten aus der Eurozone entsprachen im Juli weitgehend den Erwartungen, während überraschend starke Inflationszahlen aus Frankreich die Gemeinschaftswährung nur kurzzeitig stützten. Die Zinserwartungen haben sich zuletzt stabilisiert. Bis Dezember preist der Markt derzeit Straffungen um insgesamt rund 42 Basispunkte ein. Der von Scotiabank berechnete faire Wert liegt im mittleren Bereich von 1,15 Dollar. Kurzfristig wird eine Handelsspanne zwischen 1,1450 und 1,1550 Dollar erwartet.
„Der Euro gibt gegenüber dem US-Dollar um 0,2 Prozent nach, bewegt sich in Richtung 1,15 Dollar und gibt einen Teil der Kursgewinne dieser Woche wieder ab. Die vorläufigen Verbraucherpreisdaten für die Eurozone im Juli haben den Devisenmarkt kaum bewegt. Die Gesamtinflation entsprach mit 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr den Erwartungen, während die Kerninflation mit 2,5 Prozent über der Prognose von 2,4 Prozent lag.“
„Die zuvor veröffentlichten Inflationsdaten aus Frankreich verliehen dem Euro zunächst Auftrieb, da sie deutlich über den Erwartungen lagen. Der Effekt hielt jedoch nur kurz an, da übergeordnete Marktthemen wieder in den Vordergrund rückten. Von der Europäischen Zentralbank gab es zuletzt nur wenige Wortmeldungen, und auch in den kommenden rund sieben Tagen stehen keine öffentlichen Auftritte von EZB-Vertretern auf dem Terminplan.“
„Die Zinserwartungen zeigen nach dem jüngsten Rückgang Anzeichen einer Stabilisierung. Der Markt preist derzeit für September Zinserhöhungen um rund 22 Basispunkte und bis Dezember insgesamt etwa 42 Basispunkte ein. Auch die Renditedifferenz zweijähriger Staatsanleihen zwischen Deutschland und den USA bleibt gut unterstützt. Unser eng gefasster fairer Wert für den Euro liegt im mittleren Bereich von 1,15 Dollar.“
„Aus technischer Sicht bleibt das Bild positiv. Der Relative-Stärke-Index (RSI) notiert weiterhin auf einem bullischen Niveau im oberen 50er-Bereich und hat sich seit den überverkauften Werten unter 30 Ende Juni deutlich erholt. Zudem wurde der 50-Tage-Durchschnitt bei 1,1482 Dollar überwunden. Im Tageschart zeigen sich bis zur Marke von 1,16 Dollar nur wenige nennenswerte Widerstände. Kurzfristig erwarten wir eine Handelsspanne zwischen der Unterstützung bei 1,1450 Dollar und dem Widerstand bei 1,1550 Dollar.“