Die Analysten von Brown Brothers Harriman (BBH) um Elias Haddad verweisen darauf, dass die Bank of England (BoE) ihren Leitzins wie erwartet bei 3,75 Prozent belassen hat. Die Entscheidung fiel mit sechs zu drei Stimmen. Notenbankchef Andrew Bailey dämpfte zugleich die Erwartungen an eine baldige Zinserhöhung. Nach Einschätzung von BBH könnten die Zinserwartungen für Großbritannien weiter nach unten angepasst werden, was das britische Pfund belasten dürfte. Gleichzeitig signalisiert die BoE vor dem Hintergrund fiskalpolitischer Unsicherheiten, das Tempo beim Abbau ihrer Anleihebestände möglicherweise zu verringern.
„Die Bank of England hat den Leitzins gestern wie allgemein erwartet zum fünften Mal in Folge bei 3,75 Prozent belassen. Die Entscheidung fiel mit sechs zu drei Stimmen.“
„Wir sehen Spielraum für eine Abwärtskorrektur der Zinserwartungen in Großbritannien, was Gegenwind für das Pfund bedeutet. Der Swapmarkt preist innerhalb der kommenden zwölf Monate Zinserhöhungen um insgesamt 50 Basispunkte auf 4,35 Prozent ein.“
„Neben der Zinsentscheidung hat die BoE auch signalisiert, das Tempo beim Abbau ihrer Anleihebestände weiter zu reduzieren. Erstens erhöhte sie ihre Schätzung des Anstiegs der Laufzeitprämie langfristiger Zinsen infolge der quantitativen Straffung (QT) um fünf Basispunkte auf 20 bis 30 Basispunkte. Das deutet darauf hin, dass QT die Finanzierungsbedingungen stärker verschärft als ursprünglich erwartet. Zweitens laufen im kommenden Jahr deutlich weniger Anleihen aus als im aktuellen Zyklus – 30,5 Milliarden Pfund gegenüber 49,1 Milliarden Pfund.“
„Die BoE wird auf ihrer Sitzung am 17. September über die weitere Ausgestaltung der quantitativen Straffung abstimmen. Wir erwarten, dass sie den geplanten Abbau ihrer Bestände an britischen Staatsanleihen von derzeit 70 Milliarden Pfund auf 50 Milliarden Pfund für den Zeitraum von Oktober 2026 bis September 2027 reduziert.“
„Ein langsamerer Abbau der BoE-Bilanz dürfte den Aufwärtsdruck auf die Renditen britischer Staatsanleihen infolge der fiskalpolitischen Unsicherheit jedoch kaum ausgleichen. Premierminister Andy Burnham tendiert zu höheren Staatsausgaben und einer stärkeren Kreditaufnahme. Einzelheiten seines finanzpolitischen Programms dürften jedoch erst mit dem Haushalt im Oktober bekannt werden.“