GBP/USD bleibt nach der Verringerung der Tagesverluste im negativen Bereich und handelt während der frühen europäischen Stunden am Montag um 1,3390. Das Paar steht vor Herausforderungen, da der US-Dollar (USD) aufgrund der steigenden Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts der sich verschärfenden Spannungen im Nahen Osten an Boden gewinnt.
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) startete am Sonntagabend weitere Luftangriffe, nachdem es in einem Zeitraum von drei Nächten mehr als 300 iranische Ziele getroffen hatte, darunter 140 am Samstag. Ziel ist es, Irans Fähigkeit zu neutralisieren, zivile Schiffe auf wichtigen Wasserwegen anzugreifen. Diese militärische Eskalation hat dazu geführt, dass Washington und Teheran widersprüchliche Erklärungen darüber abgeben, ob die strategische Meerenge für den Schiffsverkehr offen bleibt.
Der US-Dollar erhält auch Unterstützung, da höhere Ölpreise neue Inflationsängste und ein anhaltendes Hochzinsumfeld der Federal Reserve (Fed) schüren. Die Anleger richten nun ihre Aufmerksamkeit auf die am Dienstag anstehenden US-Verbraucherpreisindexdaten (CPI), um klarere Signale zur geldpolitischen Ausrichtung der Federal Reserve zu erhalten. Für den Gesamt-CPI im Juni wird ein Rückgang von 0,1 % im Monatsvergleich erwartet, während der Kern-CPI im gleichen Zeitraum voraussichtlich um 0,3 % steigen wird.
Die Händler rechnen mit einer weiteren Zinserhöhung der Fed vor Jahresende; die Geldpolitik bleibt ein entscheidender Markttreiber. Folglich richten sich alle Blicke am kommenden Dienstag auf Fed-Chef Kevin Warsh, der seinen mit Spannung erwarteten ersten offiziellen Auftritt vor dem US-Kongress haben wird.
Der Abwärtstrend des GBP/USD könnte jedoch begrenzt sein, da das Pfund Sterling (GBP) von den Erwartungen der Händler auf mindestens eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) durch die Bank of England bis Ende 2026 unterstützt werden könnte.
Auf politischer Ebene haben sich die Marktängste hinsichtlich der Führungssicherheit nach der Nachricht, dass der ehemalige Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, überwältigende Unterstützung von Labour-Abgeordneten erhalten hat, um Keir Starmer als Premierminister nachzufolgen, beruhigt.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.