ING-Ökonom Lynn Song zufolge stützen stärker als erwartete Inflationsdaten aus China im April sowie robuste Exportzahlen die These einer Wiederbelebung der Preisentwicklung. Dies nehme den Druck von der People’s Bank of China, ihre Geldpolitik rasch weiter zu lockern. Zwar bleibe die Binnennachfrage schwach und als nächster Schritt werde weiterhin eine Lockerung erwartet, doch dürfte sich diese nach Einschätzung von ING nun in die zweite Hälfte des Jahres 2026 verschieben.
„Die am Wochenende veröffentlichten Daten zeigen, dass Chinas Handelswachstum im April erneut die Erwartungen übertroffen hat, wobei sowohl Exporte als auch Importe über den Marktschätzungen lagen.“
„Sollten die Energiepreise nicht zeitnah sinken, dürften die höheren Inputkosten für Produzenten in den kommenden Monaten zunehmend auf die Gesamtwirtschaft durchschlagen. Dies würde die These einer Wiederbelebung der Inflation stützen, zugleich aber auch das Wachstum belasten.“
„Der Jahresauftakt in Kombination mit der jüngsten Dynamik bei der Preisentwicklung dürfte die People’s Bank of China vorerst dazu veranlassen, eine abwartende Haltung einzunehmen.“
„Im Gegensatz zu vielen anderen Zentralbanken weltweit bleibt der nächste Schritt in China eher eine Zinssenkung als eine Anhebung.“
„Es wird zunehmend wahrscheinlich, dass ein solcher Schritt frühestens in der zweiten Jahreshälfte erfolgen wird, sofern sich die Konjunkturdaten nicht deutlich stärker als erwartet eintrüben.“