Der West Texas Intermediate (WTI)-Ölpreis setzt seine Gewinne den zweiten Tag in Folge fort und wird während der asiatischen Handelszeiten am Dienstag bei rund 95,80 USD gehandelt. Die Rohölpreise steigen stark an, da die Spannungen im Nahen Osten die weltweit wichtigste Energie-Transitroute bedrohen.
Ein am Montag veröffentlichter CNN-Bericht legt nahe, dass US-Präsident Donald Trump seine wachsende Frustration über festgefahrene Verhandlungen zur Beendigung regionaler Feindseligkeiten zum Ausdruck gebracht hat. Insider deuten darauf hin, dass die Regierung nun entscheidend auf eine Wiederaufnahme militärischer Maßnahmen zusteuert, was eine deutliche Eskalation gegenüber den Vorwochen darstellt.
In einer deutlichen Einschätzung aus dem Oval Office beschrieb Trump den aktuellen Waffenstillstand zwischen den USA und Iran als stark gefährdet, nachdem er formell Teherans neuesten Friedensvorschlag abgelehnt hatte. Dieser Zusammenbruch hat die Befürchtungen verstärkt, dass die Straße von Hormus, die Hauptader für das globale Öl, auf absehbare Zeit effektiv geschlossen bleiben wird.
Die regionale Stabilität wurde weiter durch Mohammad Bagher Ghalibaf, den Sprecher des iranischen Parlaments, erschüttert. Im Gespräch mit Reuters warnte Ghalibaf, dass das iranische Militär in voller Bereitschaft sei, auf zukünftige Angriffe zu reagieren, was den fragilen Waffenstillstand in der Region enorm belastet. Teherans derzeitige Forderungen für einen dauerhaften Waffenstillstand umfassen Berichten zufolge ein sofortiges Ende der US-Blockade der Marine sowie die Aufhebung internationaler Wirtschaftssanktionen, während das Land die Kontrolle über den Schiffsverkehr in der wichtigen Schifffahrtsroute behalten möchte.
Die greifbaren Auswirkungen dieser Krise spiegeln sich in einer am Montag veröffentlichten Reuters-Umfrage wider, die ergab, dass die Ölförderung der OPEC im April auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahrzehnten gefallen ist. Die nahezu vollständige Schließung der Straße hat große Produzenten gezwungen, ihre Exporte zu kürzen, da sie Rohöl nicht mehr zuverlässig auf die globalen Märkte transportieren können. Amin Nasser, CEO von Saudi Aramco, gab eine deutliche Warnung ab und mahnte, dass Störungen der Ölexporte durch die Straße eine Rückkehr zur Marktstabilität bis 2027 verzögern könnten. Nasser stellte fest, dass die Branche derzeit mit dem Verlust von etwa 100 Millionen Barrel Öl pro Woche konfrontiert ist, was den Energiesektor auf eine längere Phase erhöhter Volatilität vorbereitet.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.