Der Goldpreis hat bereits eine gewaltige Bewegung hinter sich. Doch wenn es nach der UBS geht, war das noch lange nicht das Ende. Im Gegenteil: Die Schweizer Großbank traut Gold bis Ende 2026 einen Anstieg auf 5.900 US-Dollar je Unze zu.
Das ist eine Ansage.
Und sie kommt nicht aus dem Nichts. Denn hinter dieser Goldpreis Prognose stehen gleich mehrere starke Treiber: Unsicherheit vor den US-Zwischenwahlen, schwierige Zollverhandlungen, ein möglicherweise schwächerer US-Dollar und sinkende reale Zinsen, falls die US-Notenbank Fed die Zinsen senkt.
Für dich als Anleger stellt sich damit eine entscheidende Frage: Ist die jüngste Schwäche beim Goldpreis nur ein kurzer Rücksetzer vor der nächsten großen Bewegung nach oben?
Genau darauf deutet die Einschätzung der UBS hin.
In einer aktuellen Analyse zu den Daten des World Gold Council für das erste Quartal kommen die UBS-Strategen Wayne Gordon, Giovanni Staunovo und Dominic Schnider zu einem klaren Ergebnis: Die strukturelle Nachfrage nach Gold ist weiter intakt.
Das ist wichtig. Denn der Goldmarkt war zuletzt deutlich volatiler geworden. Nach Beginn des Iran-Krieges nahmen die Schwankungen spürbar zu. Viele Anleger wurden nervös. Einige nahmen Gewinne mit. Der Goldpreis kam von seinen Hochs zurück.
Doch genau diese Schwäche sieht UBS offenbar nicht als Trendwende, sondern eher als vorübergehende Abkühlung.
Im ersten Quartal lag der Goldpreis im Durchschnitt bei 4.873 US-Dollar je Unze. In der Spitze kletterte Gold sogar auf über 5.500 US-Dollar je Unze, bevor es anschließend zu einem Rücksetzer kam.
Das klingt nach einer starken Bewegung. Aber nach Einschätzung der UBS könnte genau diese Bewegung nur ein Vorgeschmack gewesen sein. Die Bank sieht Gold bis Ende 2026 in Richtung 5.900 US-Dollar je Unze laufen.
Der vielleicht wichtigste Punkt in der Goldpreis Prognose der UBS ist die Investmentnachfrage. Sie ist inzwischen der zentrale Treiber am Markt.
Besonders stark war die Nachfrage nach Barren und Münzen. Sie stieg um 42 % auf 474 Tonnen. Das ist kein kleines Signal. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Anleger Gold weiter als Schutz suchen.
Vor allem asiatische Märkte haben diese Entwicklung angetrieben. Dort scheint Gold weiter eine besonders große Rolle als Absicherung zu spielen. Gegen politische Risiken. Gegen Währungsrisiken. Gegen fallende Kaufkraft. Gegen Unsicherheit.
Und genau das ist der Punkt: Gold wird nicht nur gekauft, weil der Preis steigt. Gold wird gekauft, weil viele Anleger dem Umfeld nicht trauen.
Das macht die aktuelle Lage so spannend. Denn wenn Unsicherheit der Treibstoff für Gold ist, dann gibt es derzeit genug Gründe, warum dieser Treibstoff nicht so schnell ausgehen dürfte.
Auch die Zentralbanken bleiben am Goldmarkt aktiv. Ihre Käufe stiegen im ersten Quartal um 3 % auf 244 Tonnen.
Das ist für dich als Anleger ein wichtiger Faktor. Denn Zentralbanken handeln in der Regel nicht kurzfristig. Sie kaufen Gold nicht, weil sie auf den schnellen Trade spekulieren. Sie bauen Reserven auf. Sie diversifizieren. Sie reduzieren Abhängigkeiten.
Genau deshalb können Zentralbankkäufe dem Goldpreis eine stabile Grundlage geben.
Wenn private Anleger schwanken, bleiben Zentralbanken häufig trotzdem auf der Käuferseite. Und wenn diese Nachfrage weiter anhält, kann das den Goldpreis langfristig stützen.
UBS sieht genau hier einen der entscheidenden Bausteine für ihre Goldpreis Prognose.
Auch bei börsengehandelten Goldfonds blieb die Lage insgesamt positiv. Die ETF-Zuflüsse lagen im ersten Quartal netto bei 62 Tonnen.
Zwar gab es gegen Ende des Quartals Abflüsse, vor allem in den USA. Doch UBS sieht genau hier neues Potenzial. Warum? Weil sich das Umfeld für Gold wieder verbessern könnte.
Wenn die Unsicherheit rund um die US-Zwischenwahlen zunimmt, wenn Zollverhandlungen die Märkte belasten, wenn der Dollar mit der Zeit schwächer wird und wenn die Fed die Zinsen senkt, dann könnten ETF-Investoren zurückkommen.
Und das wäre ein starkes Signal.
Denn ETF-Zuflüsse können den Goldpreis schnell bewegen. Wenn institutionelle Anleger wieder stärker in Gold gehen, entsteht zusätzliche Nachfrage. Genau das könnte die nächste Etappe der Rallye auslösen.
UBS schreibt dazu sinngemäß, dass die Unsicherheit rund um die kommenden US-Zwischenwahlen und Zollverhandlungen, die Erwartung eines schwächeren US-Dollars sowie sinkende reale Zinsen die ETF-Zuflüsse wahrscheinlich wieder ankurbeln dürften. Zusammen mit der anhaltenden Zentralbanknachfrage könnten diese Faktoren Gold bis Ende 2026 in Richtung 5.900 US-Dollar je Unze treiben.
Das ist der Kern der UBS-Prognose.
Natürlich gibt es auch Schwächen im Markt. Die Schmucknachfrage fiel im ersten Quartal um 23 % auf 300 Tonnen.
Das klingt zunächst negativ. Und ja, auf der Mengenseite ist es das auch. Hohe Goldpreise machen Schmuck teurer. Wenn Gold stark steigt, kaufen viele Verbraucher weniger physisches Gold in Form von Schmuck.
Doch die Sache hat eine zweite Seite: Die gesamten Ausgaben für Schmuck stiegen trotz des Rückgangs bei der Menge um mehr als 30 %.
Das zeigt, wie stark der Preisanstieg wirkt. Weniger Tonnen, aber deutlich mehr Geld. Der Markt bleibt also wertmäßig robust, auch wenn die physische Nachfrage unter den hohen Preisen leidet.
UBS hält deshalb an ihrer Nachfrageprognose für 2026 von 900 Tonnen fest.
Für die Goldpreis Prognose ist das wichtig, weil es zeigt: Der Markt ist nicht perfekt, aber er ist auch nicht gebrochen. Die Schwäche bei Schmuck wird durch andere starke Nachfragequellen mehr als ausgeglichen.
Trotz der optimistischen Einschätzung warnt UBS auch vor kurzfristigen Belastungen.
Die Bank sieht nahe Gewinne beim Goldpreis durch erhöhte reale Renditen und einen stärkeren US-Dollar begrenzt. Dieser stärkere Dollar steht auch im Zusammenhang mit dem Ölpreisschock.
Das bedeutet: Der Goldpreis muss nicht sofort durchstarten. Es kann weitere Rücksetzer geben. Es kann volatil bleiben. Anleger sollten also nicht erwarten, dass Gold ohne Pause nach oben läuft.
Aber genau hier liegt aus meiner Sicht der entscheidende Unterschied zwischen kurzfristigem Lärm und langfristigem Trend.
Kurzfristig können reale Renditen, Dollarbewegungen und Gewinnmitnahmen belasten. Langfristig schaut UBS aber auf andere Faktoren: politische Unsicherheit, Zinssenkungen, ETF-Zuflüsse und Zentralbankkäufe.
Und diese Faktoren sprechen nach Ansicht der Bank weiter für steigende Preise.
Besonders interessant ist die konkrete Einstiegszone, die UBS nennt. Die Bank bevorzugt es, Long-Positionen bei Rücksetzern in den Bereich von 4.400 bis 4.600 US-Dollar je Unze aufzubauen.
Das ist eine wichtige Aussage. UBS sagt also nicht: Kaufen um jeden Preis. Die Botschaft ist eher: Bei Schwäche zugreifen.
Für dich als Anleger bedeutet das: Wer Gold langfristig interessant findet, sollte nicht nur auf die Schlagzeile mit 5.900 US-Dollar schauen. Entscheidend ist der Einstieg.
Denn auch bei einem starken langfristigen Szenario kann ein schlechter Einstieg die Rendite belasten. Gerade nach einem so starken Lauf ist Geduld kein Fehler.
Sollte Gold aber tatsächlich noch einmal in die Zone zwischen 4.400 und 4.600 US-Dollar zurückfallen, könnte das nach UBS-Einschätzung eine interessante Gelegenheit sein.
Die Goldpreis Prognose der UBS ist deshalb so brisant, weil sie mehrere Themen verbindet, die Anleger ohnehin beschäftigen.
Erstens: politische Unsicherheit in den USA. Die Zwischenwahlen könnten neue Marktbewegungen auslösen. Wenn Anleger nicht wissen, wie sich die politische Richtung entwickelt, suchen sie häufig Sicherheit.
Zweitens: Zollverhandlungen. Handelskonflikte können Märkte belasten, Lieferketten verunsichern und Inflationserwartungen beeinflussen. Auch das kann Gold stützen.
Drittens: der US-Dollar. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger. Das kann die Nachfrage erhöhen.
Viertens: reale Zinsen. Wenn die Fed die Zinsen senkt und reale Renditen fallen, sinken die Opportunitätskosten von Gold. Denn Gold zahlt keine Zinsen. Je unattraktiver verzinste Anlagen werden, desto attraktiver kann Gold werden.
Fünftens: Zentralbankkäufe. Sie liefern eine stabile Nachfrage, die nicht nur vom kurzfristigen Sentiment abhängt.
Genau diese Mischung macht die Lage so spannend. Es ist nicht nur ein einzelner Faktor, der Gold treiben könnte. Es ist ein ganzes Bündel an möglichen Rückenwinden.
Die UBS bleibt beim Goldpreis klar optimistisch. Bis Ende 2026 hält die Bank einen Anstieg auf 5.900 US-Dollar je Unze für möglich.
Das ist eine starke Prognose. Aber sie ist nicht aus der Luft gegriffen. Die Investmentnachfrage steigt kräftig. Barren und Münzen sind stark gefragt. Zentralbanken kaufen weiter. ETF-Zuflüsse könnten wieder anziehen. Gleichzeitig könnten politische Unsicherheit, Zollverhandlungen, ein schwächerer Dollar und sinkende reale Zinsen zusätzlichen Druck nach oben erzeugen.
Natürlich gibt es Risiken. Kurzfristig können hohe reale Renditen und ein stärkerer Dollar den Goldpreis belasten. Auch die schwächere Schmucknachfrage zeigt, dass hohe Preise nicht überall problemlos aufgenommen werden.
Doch die entscheidende Botschaft lautet: UBS sieht die jüngste Schwäche beim Goldpreis als vorübergehend. Nicht als Ende der Rallye.
Für dich bedeutet das: Gold bleibt ein heißes Thema. Wer bereits investiert ist, dürfte die UBS-Prognose mit großem Interesse lesen. Wer noch nicht dabei ist, sollte Rücksetzer genau beobachten. Besonders der Bereich zwischen 4.400 und 4.600 US-Dollar je Unze könnte laut UBS spannend werden.
Sollte die Bank recht behalten, wäre der Weg bis 5.900 US-Dollar noch nicht ausgeschöpft. Und dann könnte die aktuelle Goldpreis Prognose erst der Anfang einer noch größeren Debatte sein.