Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) wird am Dienstag um 09:00 GMT den deutschen Economic Sentiment Index sowie den Index zur aktuellen Lage für Mai veröffentlichen.
ZEW-Umfrage – Der Economic Sentiment Index für Deutschland wird im Mai voraussichtlich auf -19,8 fallen, nach 17,2 im April. Der Sub-Index zur aktuellen Lage wird im Berichtsmonat voraussichtlich auf -77,5 sinken, nach -73,7 im Vormonat.
ZEW-Umfrage – Das Economic Sentiment in der Eurozone wird voraussichtlich auf -20 zurückgehen, was eine leichte Verbesserung gegenüber -20,4 zuvor darstellt.
EUR/USD handelt am Tag vor der ZEW-Umfrage im negativen Bereich. Das Hauptwährungspaar gibt nach, da die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran hoch bleiben, was die Nachfrage nach einer sicheren Hafenwährung wie dem US-Dollar (USD) erhöht.
Wenn die Daten besser als erwartet ausfallen, könnte dies den Euro (EUR) anheben, wobei der erste Widerstand beim Hoch vom 8. Mai bei 1,1788 liegt. Der nächste Widerstand befindet sich an der psychologischen Marke von 1,1800, auf dem Weg zum Hoch vom 17. April bei 1,1849.
Auf der Unterseite bietet das Tief vom 7. Mai bei 1,1722 den Käufern etwas Halt. Anhaltende Verluste könnten einen Rückgang bis zum 100-Tage-EMA (Exponential Moving Average) bei 1,1685 nach sich ziehen, gefolgt vom Tief vom 30. April bei 1,1655.
Die Konjunkturerwartungen werden durch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung veröffentlicht und sie zeigen die Differenz zwischen den institutionellen Anlegerstimmungen welche optimistisch und pessimistisch gestimmt sind. Generell ist eine hohe Lesung für den EUR bullish, während eine niedrige Lesung entsprechend bearish ist.
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Di Mai 12, 2026 09:00
Häufigkeit: Monatlich
Prognose: -19.8
Vorher: -17.2
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.