Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am frühen Montag im asiatischen Handel auf rund 4.690 USD. Das Edelmetall zieht einige Verkäufer an, nachdem US-Präsident Donald Trump Irans jüngstes Friedensangebot zur Beendigung des zehnwöchigen Konflikts, der die Straße von Hormus blockiert, abgelehnt hat, was Inflationsängste schürt.
Trump und Iran lehnten gegenseitig die Friedensvorschläge des jeweils anderen zur Beendigung des Krieges ab, da beide Seiten Schwierigkeiten haben, einen fragilen Waffenstillstand aufrechtzuerhalten, so Bloomberg. Der US-Präsident bezeichnete Irans Antwort auf seinen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts als „völlig inakzeptabel“. Unterdessen bestanden iranische Beamte darauf, dass die USA für Kriegsschäden Entschädigungen zahlen müssen, und fügten hinzu, dass Teheran den US-Plan ablehnen werde, der das Land gezwungen hätte, Trumps übermäßigen Forderungen nachzugeben.
Der anhaltende Konflikt zwischen den USA und Iran könnte das Inflationsrisiko hoch halten sowie die Erwartung höherer Zinsen, was den zinslosen Goldbarren belastet. Es ist erwähnenswert, dass Gold oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Die US Nonfarm Payrolls (NFP) übertrafen die Erwartungen, obwohl der schleppende US-Arbeitsmarkt mehrere Warnsignale für eine mögliche Abschwächung in diesem Jahr aussandte. Die US-Wirtschaft schuf im April 115.000 neue Arbeitsplätze, gegenüber einem Anstieg von 185.000 (revidiert von 178.000) im März, so das Bureau of Labor Statistics am Freitag. Diese Zahl übertraf die Schätzungen von 62.000 deutlich. Gleichzeitig blieb die Arbeitslosenquote im April mit 4,3 % im Einklang mit dem Marktkonsens.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.