AUD/JPY setzt seine Verluste am zweiten Tag in Folge fort und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Dienstag bei rund 110,60. Das Währungspaar schwächt sich angesichts erhöhter Risikoaversion nach einer neuen Welle israelischer Angriffe auf Teheran ab.
Israel startete seinen jüngsten Angriff auf den Iran, obwohl US-Präsident Donald Trump nach produktiven Gesprächen mit Teheran eine Pause bei Angriffen auf Energieinfrastruktur signalisiert hatte. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) erklärten, dass die Operationen gemäß den Regierungsanweisungen bis auf Weiteres fortgesetzt würden.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bestritt jedoch jegliche Verhandlungen mit Washington. Auch der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, erklärte am Montag, dass keine Verhandlungen mit den USA stattgefunden hätten. Unterdessen erklärte der hochrangige Militärberater Mohsen Rezaei, dass der Konflikt andauern werde, bis der Iran eine vollständige Entschädigung für die entstandenen Schäden erhalte.
Der Abwärtsdruck im AUD/JPY könnte begrenzt sein, da der japanische Yen (JPY) nach schwächeren Inflationsdaten aus Japan weiterhin unter Druck steht. Das Statistische Amt Japans berichtete, dass der nationale Verbraucherpreisindex (VPI) im Februar im Jahresvergleich um 1,3 % stieg, nach zuvor 1,5 %. Dies ist der niedrigste Wert seit März 2022 und liegt unter dem 2 %-Ziel der Zentralbank.
Die Kerninflation, gemessen am VPI ohne frische Lebensmittel, sank auf 1,6 % im Jahresvergleich von 2,0 % und lag damit unter dem Konsens von 1,7 %. Die „Kern-Kern“-Inflation, die sowohl frische Lebensmittel als auch Energie ausschließt, ging von 2,6 % auf 2,5 % im Jahresvergleich zurück.
In Australien fiel der S&P Global Flash Composite Einkaufsmanagerindex (EMI) im März auf 47,0 von 52,4 im Februar und signalisiert damit nach achtzehn Monaten eine Rückkehr zur Kontraktion, da sich die Nachfragesituation verschlechterte. Der Dienstleistungs-EMI sank auf 46,6 von 52,8 und verzeichnet damit die erste Kontraktion seit über zwei Jahren. Der Herstellungs-EMI ging leicht auf 50,1 von 51,0 zurück, was auf eine nahezu stabile Lage im Sektor hinweist.
Der Markt richtet seinen Fokus nun auf den Inflationsbericht am Mittwoch, bei dem erwartet wird, dass die bereinigte Kerninflation bei 3,4 % und die Gesamtinflation bei 3,8 % stabil bleibt.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.