EUR/GBP reduziert seine Tagesverluste und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Montag um 0,8670. Das Währungspaar eröffnete mit einem Kursrückgang, da der Euro (EUR) angesichts der erhöhten Nachfrage nach sicheren Häfen aufgrund der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten unter Druck steht.
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran Berichten zufolge ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, andernfalls drohen mögliche Angriffe auf die Energieinfrastruktur. Zudem deuten Berichte darauf hin, dass Washington eine Bodenoperation zur Einnahme der iranischen Insel Kharg, einem wichtigen Ölexportzentrum, in Erwägung zieht. Die Islamische Revolutionsgarde des Iran (IRGC) warnte, die Straße vollständig zu schließen, falls die USA vorgehen, während Teheran damit drohte, US-amerikanische und israelische Einrichtungen in der gesamten Region, einschließlich Energie-, IT- und Entsalzungsanlagen, ins Visier zu nehmen.
Der Euro könnte jedoch Unterstützung finden, da steigende Ölpreise Inflationssorgen schüren und die hawkishe Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) stärken. Die EZB beließ die Zinsen bei der Sitzung in der vergangenen Woche unverändert und stellte fest, dass der Iran-Konflikt die Aussichten „erheblich unsicherer“ gemacht habe.
EZB-Vertreter wiesen auf „Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wachstum“ hin, was Händler dazu veranlasste, ihre Wetten auf mögliche Zinserhöhungen der Zentralbank später in diesem Jahr zu erhöhen. Die Entscheidungsträger werden am Montag sprechen, und hawkische Äußerungen könnten den Euro gegenüber seinen Pendants weiter stützen.
Das Pfund Sterling (GBP) könnte gegenüber seinen wichtigsten Pendants ebenfalls an Stärke gewinnen, da der Ausblick der Bank of England (BoE) auf eine verlängerte Pause hindeutet, wobei einige Analysten mögliche Zinserhöhungen im Jahr 2026 in Betracht ziehen. Die BoE beließ die Zinsen bei ihrer Sitzung im März wie erwartet unverändert bei 3,75 %.
BoE-Gouverneur Andrew Bailey warnte, dass der Nahost-Konflikt einen wirtschaftlichen „Schock“ auslösen könnte, der die Inflation kurzfristig anhebt, und betonte, dass die Wiederherstellung sicherer Schifffahrtswege durch die Straße von Hormus entscheidend sei, um den Druck auf die Energiepreise zu verringern. Der britische Premierminister Keir Starmer, Finanzministerin Rachel Reeves und Gouverneur Bailey sollen am Montag an einer Sondersitzung teilnehmen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts zu bewerten.
Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.