Der US Dollar Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Währungskorb abbildet, startet die neue Woche positiv, zeigt jedoch keine nachhaltige Fortsetzung und bleibt unter dem Hoch vom Freitag. Der Index handelt derzeit um die Region 99,65 und liegt damit 0,15 % im Tagesverlauf im Plus.
Die globale Risikostimmung bleibt angesichts einer weiteren Eskalation der Spannungen im Nahen Osten fragil, was wiederum als Schlüsselfaktor gilt, der den Status des US-Dollars (USD) als globale Reservewährung weiterhin stützt. In den jüngsten Entwicklungen setzte US-Präsident Donald Trump Iran eine 48-Stunden-Frist zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und drohte, die Energieinfrastruktur Irans ins Visier zu nehmen, falls die Forderung nicht erfüllt wird.
Iran reagierte mit der Drohung, Angriffe auf Energieinfrastrukturen zu eskalieren und kritische Wasserentsalzungsanlagen im Nahen Osten anzugreifen, sollte Trump sein Versprechen wahrmachen, die Kraftwerke des Landes zu „vernichten“. Dies unterstützt weiterhin die erhöhten Rohölpreise, schürt inflationsbedingte Sorgen und zwingt die Anleger dazu, ihre Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Jahr 2026 zurückzuschrauben. Dies stärkt den USD zusätzlich.
Unterdessen prognostizierte die US-Zentralbank letzte Woche eine Zinssenkung in diesem Jahr. Im Gegensatz dazu signalisierten große Zentralbanken weltweit die Möglichkeit von Zinserhöhungen, um erneuten Inflationsdruck zu dämpfen. Dies hält die USD-Bullen davon ab, aggressive Wetten zu platzieren, und wirkt als Gegenwind für den DXY. Der gemischte fundamentale Hintergrund gebietet jedoch Vorsicht, bevor man sich für eine klare kurzfristige Richtung positioniert.
Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten und in vielen weiteren Ländern als „de facto“-Währung im Umlauf. Er ist die am häufigsten gehandelte Währung weltweit und dominiert mit 88 % des globalen Devisenhandels. Daten von 2022 zeigen, dass täglich ein Handelsvolumen von rund 6,6 Billionen US-Dollar umgesetzt wird. Der US-Dollar löste nach dem Zweiten Weltkrieg das Britische Pfund als Weltreservewährung ab, nachdem der Goldstandard 1971 abgeschafft wurde.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) bestimmt wird. Die Fed hat zwei Hauptziele: Preisstabilität (Inflationskontrolle) und Förderung der Vollbeschäftigung. Ihr primäres Werkzeug zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel von 2 % liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des US-Dollars zugutekommt. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, senkt die Fed möglicherweise die Zinsen, was den Greenback belastet.
In außergewöhnlichen Situationen greift die Federal Reserve auf Maßnahmen wie die quantitative Lockerung (QE) zurück. Dies geschieht, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. QE ermöglicht es der Fed, mehr Geld zu drucken und US-Staatsanleihen von Banken zu kaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Diese expansive Maßnahme schwächt in der Regel den US-Dollar, da sie die Geldmenge erhöht und das Vertrauen in die Währung senkt.
Quantitative Tightening (QT) stellt den umgekehrten Prozess zu Quantitative Easing (QE) dar. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet den Ankauf von Anleihen und investiert die fällig werdenden Rückzahlungen nicht in neue Anleihen. In der Regel wirkt sich dieser Prozess positiv auf den US-Dollar aus.