West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird am Montag während der frühen europäischen Handelsstunden bei rund 99,10 USD gehandelt. Der WTI-Preis steigt angesichts eines eskalierenden Konflikts im Nahen Osten sprunghaft an. Die Händler bereiten sich auf die Veröffentlichung des Berichts des American Petroleum Institute (API) vor, der später am Dienstag veröffentlicht wird.
US-Präsident Donald Trump drohte am Samstag damit, Irans Kraftwerke „zu vernichten“, falls die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden vollständig wieder geöffnet wird, nur einen Tag nachdem er über eine „Abwicklung“ des nunmehr vierten Kriegswochen gesprochen hatte. Iran drohte als Reaktion auf Trumps Ultimatum zur Wiederherstellung des Ölverkehrs durch die wichtige Wasserstraße mit einer vollständigen Schließung der Straße von Hormus.
„Die Stimmung am Ölmarkt könnte kurzfristig durch Drohungen und Rhetorik schwanken, aber die nachhaltigere Richtung wird weiterhin vom Zustand der Ölströme im Nahen Osten geprägt sein“, sagte Vandana Hari, Gründerin des Ölmarktanalyseanbieters Vanda Insights.
Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, sagte am Montag, dass er mit Regierungen in Asien und Europa über die Freigabe weiterer gelagerter Ölvorräte „falls notwendig“ aufgrund des Iran-Kriegs berate. „Eine Freigabe von Beständen wird helfen, die Märkte zu beruhigen, aber das ist nicht die Lösung. Sie wird nur dazu beitragen, die Schmerzen in der Wirtschaft zu verringern“, sagte Birol. Am 11. März hatten sich die IEA-Mitglieder darauf geeinigt, eine Rekordmenge von 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven freizugeben, um die aktuelle Angebotsunterbrechung abzumildern.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.