Der Commerzbank-Experte Volkmar Baur weist darauf hin, dass die chinesischen „Two Sessions“ wichtige makroökonomische Ziele festlegen und einen neuen Fünfjahresplan bis 2030 vorstellen werden – mit möglichen Folgen für den Yuan. Nach seinen Einschätzungen deuten die Wachstumsziele der Provinzen auf ein nationales Wachstum von rund 5 Prozent hin. Zudem schätzt er die tatsächliche Neuverschuldung auf etwa 9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und damit deutlich höher als die offiziell ausgewiesenen 4 Prozent, während die Führung zugleich fiskalischen Spielraum und die Internationalisierung des Renminbi ausbalanciert.
„Die ‚Two Sessions‘ beginnen morgen in Peking. Damit sind die einwöchige jährliche Sitzung des chinesischen Parlaments sowie die Sitzung der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes gemeint.“
„Jedes Jahr werden auf diesen Sitzungen die politischen Prioritäten und makroökonomischen Ziele bekanntgegeben. In diesem Jahr wird zudem der neue Fünfjahresplan veröffentlicht, der bis 2030 gelten soll.“
„Die makroökonomischen Ziele sind besonders wichtig für den Wechselkurs.“
„Die beiden wichtigsten Kennzahlen werden das Wachstumsziel und die Neuverschuldung sein. Die chinesischen Provinzen haben ihre Wachstumsziele bereits veröffentlicht, und in der Summe liegt der Wert etwas niedriger als im vergangenen Jahr. Gewichtet nach Wirtschaftskraft ergibt sich jedoch weiterhin ein Ziel von 5 Prozent.“
„Nach unseren Schätzungen lag die Neuverschuldung Chinas im vergangenen Jahr bei rund 9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und damit mehr als doppelt so hoch wie die offiziell gemeldeten 4 Prozent.“
„Angesichts dessen, dass die Internationalisierung des Renminbi in den vergangenen Wochen und Monaten offenbar wieder stärker in den Fokus der Parteiführung gerückt ist, wird interessant sein, ob entsprechende Ziele oder Formulierungen in den Fünfjahresplan der Partei aufgenommen wurden.“