Das Währungspaar EUR/GBP hält während der frühen europäischen Sitzung am Mittwoch positives Terrain nahe 0,8710. Der Euro (EUR) steigt gegenüber dem Pfund Sterling (GBP) nach besser als erwarteten Inflationsdaten aus der Eurozone. Händler werden weitere Hinweise aus dem Bericht über die Einzelhandelsumsätze der Eurozone erwarten, der später am Donnerstag veröffentlicht wird.
Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone stieg im Februar um 1,9 % im Jahresvergleich, verglichen mit 1,7 % im Januar, laut einer Schnellschätzung von Eurostat am Dienstag. Der Kern-HVPI, der volatile Komponenten wie Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak ausschließt, kletterte im Februar um 2,4 % im Jahresvergleich. Diese Zahl lag über dem Marktkonsens und der vorherigen Messung von 2,2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Einlagenzins seit Juni 2025 bei 2,0 % belassen. Während eine geldpolitische Entscheidung bei der März-Sitzung voraussichtlich unverändert bleibt, sehen Händler nun eine 50%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung später in diesem Jahr aufgrund der steigenden Energiepreise. Dies könnte den Euro kurzfristig gegenüber dem Pfund Sterling stärken.
Steigende Öl- und Gaspreise aufgrund der Konflikte im Nahen Osten haben neue Inflationsängste geschürt, was dazu führte, dass Händler ihre Wetten auf eine weitere Lockerung durch die Bank of England (BoE) zurückfuhren. Alan Taylor, Mitglied des geldpolitischen Ausschusses (MPC) der BoE, sagte am Montag, dass es zu früh sei, um die Auswirkungen steigender Ölpreise auf die Inflation und das Wachstum im Vereinigten Königreich zu beurteilen; die Zentralbank verfolge jedoch das Geschehen genau.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die BoE später in diesem Monat ist ebenfalls gesunken, von etwa 80 % in der letzten Woche auf weniger als 20 % jetzt, so Bloomberg.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.