Ripple steht wieder im Fokus der Kryptomärkte – und diesmal aus einem unangenehmen Grund. Der Kurs von Ripple (XRP) gerät zunehmend unter Druck. Am Dienstag fiel der Token zeitweise auf 1,35 US-Dollar, nachdem er am Vortag noch bis auf 1,42 US-Dollar gestiegen war. Die aktuelle Bewegung entspricht einer Korrektur von mehr als 2 % und droht damit, die vorherigen Gewinne komplett auszulöschen.
Für Anleger stellt sich nun eine entscheidende Frage: Ist das nur eine kurzfristige Schwächephase oder der Beginn einer größeren Korrektur? Genau hier beginnt die aktuelle Ripple Prognose spannend zu werden.
Der Auslöser für die Nervosität liegt nicht direkt bei Ripple selbst, sondern im geopolitischen Umfeld. Die globalen Finanzmärkte stehen unter Spannung, nachdem der Krieg zwischen den USA und Iran seit Samstag auf mehrere Länder im Nahen Osten übergegriffen hat.
Internationale Politiker rufen zwar zur Deeskalation auf, doch US-Präsident Donald Trump warnte laut einem Bericht der Associated Press, dass der Konflikt mehrere Wochen andauern könnte.
Diese Unsicherheit wirkt sich direkt auf Risikoanlagen aus. Gerade Kryptowährungen reagieren besonders empfindlich auf geopolitische Krisen. Das Ergebnis: Die Stimmung im gesamten Kryptomarkt befindet sich aktuell im Bereich „extreme fear“.
Für Ripple bedeutet das konkret: Anleger halten sich zurück, Liquidität verschwindet aus dem Markt und kurzfristige Erholungen werden schnell wieder verkauft.
Ein Blick auf den Derivatemarkt zeigt deutlich, wie skeptisch Trader aktuell sind. Besonders auffällig ist die sogenannte OI-Weighted Funding Rate bei XRP-Futures.
Diese Kennzahl liegt derzeit bei -0,0118 % und damit klar im negativen Bereich. Das bedeutet: Die Mehrheit der gehebelten Marktteilnehmer positioniert sich auf fallende Kurse.
Solche Situationen sind für Ripple besonders problematisch. Denn sobald der Kurs leicht anzieht, nutzen viele Trader diese Bewegung sofort für neue Short-Positionen. Alternativ werden bestehende Long-Positionen liquidiert.
Das führt häufig dazu, dass kleinere Kursanstiege sofort wieder abverkauft werden.
So negativ die Lage aktuell wirkt – sie kann auch das Fundament für eine überraschende Rallye legen.
Denn wenn die OI-Weighted Funding Rate über längere Zeit stark negativ bleibt, entsteht oft eine gefährliche Situation für Short-Trader. Kommt es dann zu einem plötzlichen Kursanstieg, müssen viele von ihnen ihre Positionen schließen.
Die Folge ist ein sogenannter Short Squeeze, der den Kurs schnell nach oben treiben kann.
Genau solche Situationen haben in der Vergangenheit häufig lokale Tiefpunkte im Kryptomarkt markiert.
Für die aktuelle Ripple Prognose bedeutet das: Der Markt ist kurzfristig bearish – aber gleichzeitig extrem anfällig für explosive Gegenbewegungen.
Während viele Privatanleger aktuell vorsichtig werden, zeigt sich bei institutionellen Investoren ein völlig anderes Bild.
Trotz der geopolitischen Spannungen verzeichneten US-gelistete XRP Spot ETFs am Montag Nettozuflüsse von rund 7 Millionen US-Dollar.
Die gesamten Zuflüsse verteilten sich auf zwei Anbieter:
Damit steigen die kumulierten Zuflüsse auf rund 1,25 Milliarden US-Dollar, während das verwaltete Vermögen inzwischen bei etwa 1,02 Milliarden US-Dollar liegt.
Diese Zahlen zeigen klar: Große Investoren ziehen sich trotz der Unsicherheit nicht aus Ripple zurück.
Für viele Analysten ist genau das ein wichtiges Signal für die langfristige Ripple Prognose.
Auch aus technischer Sicht steht Ripple aktuell unter Druck.
Der Kurs notiert derzeit unter einer fallenden Trendlinie, die als Widerstand fungiert. Gleichzeitig befindet sich XRP unter den drei wichtigsten gleitenden Durchschnitten:
Diese liegen aktuell gebündelt im Bereich zwischen 1,58 und 2,03 US-Dollar.
Eine solche Konstellation gilt in der technischen Analyse als massive Angebotszone, in der viele Verkäufer aktiv werden.
Auch der SuperTrend-Indikator verstärkt das negative Bild. Er liegt derzeit bei 1,61 US-Dollar und bewegt sich weiterhin nach unten – ein klares Signal für anhaltenden Verkaufsdruck.
Der MACD-Indikator liefert ein eher gemischtes Bild. Zwar liegt er aktuell noch leicht über seiner Signallinie, doch die grünen Histogrammbalken schrumpfen im Tageschart sichtbar.
Das deutet darauf hin, dass der Markt momentan nur wenig Aufwärtsmomentum besitzt.
Die aktuelle Bewegung wirkt daher eher wie eine Korrekturphase innerhalb eines schwachen Trends – nicht wie der Beginn einer neuen Rallye.
Für Anleger sind jetzt vor allem einige zentrale Preislevel entscheidend.
Der erste wichtige Widerstand liegt bei 1,40 US-Dollar entlang der fallenden Trendlinie. Direkt darüber folgt das Hoch vom Montag bei 1,42 US-Dollar.
Ein Tagesschluss über 1,42 US-Dollar könnte das technische Bild deutlich verbessern. In diesem Fall würde der Kurs wahrscheinlich als nächstes den 50-Tage-EMA bei etwa 1,58 US-Dollar anvisieren.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim Montagstief von 1,33 US-Dollar.
Sollte diese Marke brechen, rückt schnell das nächste wichtige Level in den Fokus: Die Februar-Unterstützung bei 1,12 US-Dollar.

Die aktuelle Lage bei Ripple ist ein klassisches Beispiel für einen Markt im Spannungsfeld zwischen Makro-Unsicherheit und struktureller Nachfrage.
Einerseits belasten geopolitische Risiken und extreme Angst im Markt kurzfristig den Kurs. Andererseits zeigen institutionelle Zuflüsse und extrem negative Derivatedaten, dass sich eine explosive Gegenbewegung jederzeit entwickeln kann.
Für die kurzfristige Ripple Prognose bleiben deshalb zwei Marken entscheidend.
Gelingt ein Ausbruch über 1,42 US-Dollar, könnte XRP schnell in Richtung 1,58 US-Dollar steigen. Fällt der Kurs jedoch unter 1,33 US-Dollar, rückt die Zone um 1,12 US-Dollar als nächstes Ziel in den Fokus.
Die nächsten Tage könnten daher entscheiden, ob Ripple lediglich eine Korrektur durchläuft – oder ob der Markt noch einmal deutlich tiefer fällt, bevor eine neue Rallye beginnt.