Die Einzelhandelsumsätze in Deutschland werden im Juli voraussichtlich um 2,6% im Jahresvergleich (YoY) steigen, im Vergleich zu dem vorherigen Anstieg von 4,9%. Gleichzeitig wird für die monatlichen Einzelhandelsumsätze ein Rückgang von 0,4% im Juli prognostiziert, nach einem vorherigen Anstieg von 1,0%.
EUR/USD stoppt seine dreitägige Gewinnserie und bleibt im Bereich von 1,1700-1,1650 vor den deutschen Einzelhandelsumsätzen. Das Paar steht unter Verkaufsdruck, da der US-Dollar aufgrund von Gewinnmitnahmen vor der Veröffentlichung des US-Preisindex für persönliche Verbrauchsausgaben (PCE) für Juli ansteigt.
Ein stärker als erwarteter Anstieg der deutschen Konsumausgaben könnte den Euro (EUR) unterstützen und das EUR/USD-Paar in Richtung der runden Marke von 1,1700 treiben. Ein Durchbruch über dieses Niveau würde das kurzfristige Preismomentum stärken und die Tür für einen Test des monatlichen Höchststands bei 1,1742 öffnen. Ein schwächerer Wert könnte jedoch den Verkaufsdruck auf das Paar erhöhen und einen Test der anfänglichen Unterstützung beim 50-Tage Exponential Moving Average (EMA) von 1,1607 zur Folge haben. Weitere Rückgänge könnten das mittelfristige Momentum untergraben und das Paar in Richtung der psychologischen Marke von 1,1500 treiben.
Die deutsche Wirtschaft hat aufgrund ihrer Größe und Bedeutung innerhalb der Eurozone einen erheblichen Einfluss auf den Euro. Eine starke Wirtschaftsentwicklung in Deutschland wirkt oft stützend auf den Euro, während eine Schwächephase die Gemeinschaftswährung belastet.
Deutschland ist die größte Volkswirtschaft der Eurozone und damit ein einflussreicher Akteur in der Region. Während der Eurokrise 2009-2012 spielte Deutschland eine Schlüsselrolle bei der Einrichtung von Rettungsfonds zur Unterstützung verschuldeter Länder und trieb den „Fiskalpakt“ voran.
Bunds sind von der deutschen Regierung ausgegebene Staatsanleihen, die regelmäßige Zinszahlungen, sogenannte Kupons, an ihre Inhaber leisten. Am Ende der Laufzeit wird der vollständige Nennwert der Anleihe zurückgezahlt. Da Deutschland die größte Volkswirtschaft der Eurozone stellt, dienen Bunds als maßgeblicher Referenzpunkt für andere europäische Staatsanleihen. Langfristige Bunds gelten als besonders sichere Anlage, da sie durch das Vertrauen und die Kreditwürdigkeit des deutschen Staates gestützt werden. Aus diesem Grund werden sie von Investoren in Krisenzeiten als sicherer Hafen betrachtet, während ihr Wert in Phasen wirtschaftlicher Stabilität tendenziell fällt.
Die Renditen deutscher Bundesanleihen, die sogenannten Bund Yields, geben an, welche jährliche Rendite ein Anleger beim Halten dieser Staatsanleihen erwarten kann. Wie bei anderen Anleihen erhalten Investoren regelmäßige Zinszahlungen, den sogenannten Kupon, sowie die vollständige Rückzahlung des Nennwerts bei Fälligkeit. Während der Kupon fest ist, schwankt die Rendite, da sie die Preisentwicklung der Anleihe berücksichtigt – und damit einen realistischeren Eindruck von der tatsächlichen Rendite vermittelt. Fällt der Preis einer Bundesanleihe, steigt die Rendite, da der Kupon im Verhältnis zum Kaufpreis höher wird, und umgekehrt. Dies erklärt, warum Bund-Renditen sich entgegengesetzt zu ihren Preisen entwickeln.
Die Bundesbank ist das Herzstück der deutschen Geldpolitik und spielt eine entscheidende Rolle für die Stabilität der Wirtschaft. Ihr vorrangiges Ziel: die Inflationsrate niedrig zu halten und so für stabile Preise zu sorgen. Neben dieser Kernaufgabe überwacht die Bundesbank den Zahlungsverkehr und nimmt eine Schlüsselrolle bei der Finanzaufsicht wahr. Als eine der einflussreichsten Zentralbanken Europas ist sie bekannt für ihre konservative Haltung, die Preisstabilität stets über kurzfristiges Wirtschaftswachstum stellt. Ihre strikte Linie prägte maßgeblich die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die heute eine zentrale Rolle im Euro-Währungsraum spielt.