Der Devisenexperte Elias Haddad von Brown Brothers Harriman verweist darauf, dass die robuste Entwicklung der US-Wirtschaft und die hartnäckig hohe PCE-Inflation den US-Dollar stützen. Die Fortschritte bei einem möglichen Abkommen zwischen den USA und dem Iran hätten zwar die Risikobereitschaft der Anleger erhöht, änderten aber nichts an den grundlegenden Stärken der US-Währung.
„Wir halten an unserer Einschätzung fest, dass der Dollar-Index (DXY) kurzfristig über das obere Ende seiner seit fast einem Jahr bestehenden Handelsspanne von 96,00 bis 100,00 Punkten hinausschießen könnte. Die robuste Wirtschaftsentwicklung in den USA – sowohl absolut als auch im Vergleich zu anderen Volkswirtschaften – wiegt schwerer als die Belastung für den Dollar durch nachlassende geopolitische Sorgen.“
„Sowohl die Gesamt- als auch die Kernrate der PCE-Inflation liegen über der Projektion des Offenmarktausschusses (FOMC) von 2,7 Prozent für das Jahr 2026. Zudem lag die Kerninflation im Dienstleistungssektor ohne Wohnkosten im April bereits den zweiten Monat in Folge bei 3,5 Prozent im Jahresvergleich und damit deutlich über dem Niveau, das mit einer nachhaltigen Rückkehr zum Inflationsziel der US-Notenbank von 2,0 Prozent vereinbar wäre.“
„Das GDPNow-Modell der Federal Reserve Bank von Atlanta hat seine Schätzung für das reale Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal zwar etwas nach unten angepasst, signalisiert aber weiterhin ein überdurchschnittliches Wachstum. Dem Modell zufolge dürfte die US-Wirtschaft im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 3,8 Prozent wachsen, nach 4,3 Prozent in der vorherigen Veröffentlichung vom 21. Mai. Gleichzeitig deuten die Einkaufsmanagerdaten für Mai auf einen weiter zunehmenden Wachstumsvorsprung der USA gegenüber anderen Volkswirtschaften hin.“
„Die ermutigenden Fortschritte bei einem möglichen Abkommen zwischen den USA und dem Iran haben die Rally an den Risikomärkten zusätzlich beschleunigt. Berichten zufolge nähern sich beide Seiten einer Vereinbarung, die die Waffenruhe um 60 Tage verlängern und die Straße von Hormus wieder öffnen würde.“