Nach dem Rückgang von Ethereum (ETH) auf die psychologisch wichtige Marke von 2.000 US-Dollar in den vergangenen Tagen hat die Realisierung von Verlusten deutlich zugenommen.
Anleger haben in den vergangenen drei Tagen Verluste von rund 667 Millionen US-Dollar verbucht. Das ist der höchste Wert seit Anfang Mai.
Die Entwicklung deutet darauf hin, dass Investoren die Marktschwäche für Verkäufe nutzen und damit die Risiken weiterer Kursrückgänge erhöhen.
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Auffällig ist, dass sich die Verkäufe beschleunigten, nachdem es den Käufern nicht gelungen war, die Kurse über den realisierten Preis beziehungsweise die durchschnittlichen Onchain-Einstiegskosten privater Anleger zu heben. Diese Marke hat in den vergangenen drei Monaten als bedeutender Widerstand fungiert und ein Verteilungsmuster auf Einstandsniveau unter Privatanlegern verstärkt, die häufig verkaufen, sobald sich die Kurse diesem Bereich nähern.
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Gleichzeitig nimmt die Netzwerkaktivität erneut ab. Die Zahl aktiver Adressen nähert sich Niveaus, die zuletzt Anfang Mai verzeichnet wurden. Seit Februar ist die Kennzahl um 50 Prozent eingebrochen und signalisiert damit eine deutlich nachlassende Onchain-Aktivität auf der führenden Layer-1-Blockchain.
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Regional betrachtet wird der Großteil der Verkäufe von US-Investoren ausgelöst, die maßgeblich die Marktstimmung beeinflussen. Dies zeigt sich im Coinbase Premium Index, einem Stimmungsindikator für US-Anleger, der seit Ende April kontinuierlich zurückgeht.
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Zudem haben US-Spot-ETFs auf Ethereum ihre Negativserie fortgesetzt. Die Fonds verzeichneten inzwischen den 14. Handelstag in Folge Nettoabflüsse, was auf eine ausgeprägte Risikoaversion institutioneller Investoren in den USA hindeutet.
Der bislang einzige nennenswerte institutionelle Käufer ist BitMine. Das Unternehmen hat seinen Bestand an der größten Altcoin auf 5,39 Millionen ETH ausgebaut.
Am Derivatemarkt steigt unterdessen das Open Interest weiter an und erreichte in dieser Woche mit mehr als 16 Millionen Kontrakten einen Rekordwert, während die Finanzierungsraten positiv bleiben. Gleichzeitig fielen die Kurse. Dies deutet darauf hin, dass Leerverkäufer neue Positionen aufbauen, während Long-Investoren Kursrückgänge zum Einstieg nutzen oder an bereits verlustreichen Positionen festhalten.
Im Tageschart überwiegt bei Ethereum kurzfristig weiterhin das negative Bild. Der Kurs notiert unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 20, 50 und 100 Tage, die sich im Bereich zwischen rund 2.122 und 2.281 US-Dollar bündeln und Erholungsbewegungen begrenzen.
Die Momentum-Indikatoren bleiben schwach, zeigen aber erste Stabilisierungstendenzen. Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich mit etwa 34 Punkten knapp oberhalb des überverkauften Bereichs, während der Stochastik-Oszillator sich langsam von stark überverkauften Niveaus erholt.
Auf der Unterseite liegt die nächste wichtige Unterstützung bei rund 2.018 US-Dollar. Ein nachhaltiger Bruch dieser Marke könnte den Weg in Richtung der nächsten Nachfragezone bei 1.909 US-Dollar freimachen. Darunter rücken die Unterstützungen bei 1.741, 1.524 und 1.404 US-Dollar in den Fokus.

Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand bei 2.107 US-Dollar. Es folgen der 20-Tage-Durchschnitt bei 2.122 US-Dollar sowie der 50-Tage-Durchschnitt im Bereich von 2.186 US-Dollar. Erst ein nachhaltiger Anstieg über diese Marken würde den aktuellen Abwärtsdruck verringern und Raum für eine Bewegung in Richtung 2.211 US-Dollar, des 100-Tage-Durchschnitts bei 2.280 US-Dollar sowie der darüberliegenden Widerstände bei 2.388, 2.746 und 3.411 US-Dollar schaffen.