Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am Dienstag im frühen asiatischen Handel auf nahe 4.295 USD. Das Edelmetall steht unter Verkaufsdruck, da steigende Anleiherenditen und stark anziehende Energiepreise die Erwartungen verstärken, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinssätze in dieser Woche anheben wird.
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen überschritt am Montag erstmals seit 2023 die Marke von 5%, da zunehmende Inflationssorgen auf den steigenden Finanzierungsbedarf von Staat und Unternehmen trafen. Dies wiederum wirkt als Gegenwind für das zinslose Gold.
Die jüngsten US-Inflationsdaten und die erhöhten Energiepreise haben die Märkte dazu veranlasst, ihre Wetten auf eine straffere Geldpolitik deutlich zu erhöhen. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte nun mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 92,4% ein, dass die Fed auf ihrer geldpolitischen Sitzung am Mittwoch im September die Zinssätze um 25 Basispunkte (bps) anheben wird.
Höhere Zinssätze belasten Gold in der Regel, da das Edelmetall keine Zinsen abwirft und damit renditetragende Anlagen relativ attraktiver macht.
Die Zinsentscheidung der Fed wird später am Mittwoch im Fokus stehen. Händler werden sich nach der geldpolitischen Sitzung vor allem an der Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden orientieren. Jegliche dovishen Kommentare von Fed-Vertretern könnten dazu beitragen, die Verluste von Gold kurzfristig zu begrenzen.
Strategen bei OCBC stellen fest, dass die jüngste Erholung von Gold mit einem Rückgang wichtiger makroökonomischer Treiber zusammengefallen ist, da „die 10-jährigen UST-Renditen von den Höchstständen nahe 5 % zurückgegangen sind, während auch die Ölpreise von früheren Spitzenwerten nachgegeben haben, was dazu beigetragen hat, den Inflationsdruck zu dämpfen, der auf dem Edelmetall lastete.“ Vor diesem Hintergrund behält die Bank „eine konstruktive mittelfristige Tendenz bei“, warnt jedoch, dass das „bevorstehende FOMC nun der entscheidende Test dafür ist, ob sich die Erholung ausweiten kann oder ob der Gegenwind durch die Zinsen erneut die Oberhand gewinnt.“
Auf dem Tages-Chart setzt XAU/USD einen Pullback fort, nachdem es nicht gelungen ist, die jüngsten Hochs zu halten, und notiert nun unter seinen wichtigen Trendmarken. Gold (XAU/USD) handelt unter dem 100-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) und auch unter dem mittleren Band der 20-Tage-Bollinger-Bänder, was darauf hindeutet, dass das Metall derzeit trotz des längerfristigen Aufwärtstrends durch den mittelfristigen Widerstand gedeckelt ist. Der Relative Strength Index (14) bei 44,35 hat sich in Richtung der neutralen Zone zurückgezogen, was darauf hindeutet, dass das bullische Momentum nachgelassen hat und die Kurse anfällig für weitere Rückgänge bleiben, solange diese darüber liegenden Niveaus intakt bleiben.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 100-Tage-SMA um 4.330 USD, gefolgt vom 20-Tage-Bollinger-SMA bei 4.455 USD, während das obere Bollinger-Band nahe 4.685 USD eine stärkere Barriere markiert, falls die Käufer die Kontrolle zurückgewinnen. Auf der Unterseite bietet das untere Bollinger-Band bei rund 4.230 USD die nächste technische Unterstützung; ein klarer Bruch unter diese Zone würde den Weg für eine tiefere Korrektur öffnen, während ein nachhaltiges Halten darüber XAU/USD in einem Konsolidierungsmuster unter dem genannten gleitenden Durchschnittswiderstand halten würde.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.