Gold (XAU/USD) gewinnt am Mittwoch wieder an Boden, nachdem es am Vortag um fast 2% gefallen war. Ein schwächerer US-Dollar (USD) und ein moderater Pullback bei den langfristigen Renditen von US-Staatsanleihen geben dem Edelmetall Unterstützung. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert XAU/USD bei rund 4.366 USD und damit 0,75% höher im Tagesverlauf.
Den Käufern fehlt jedoch eine starke Überzeugung, da ein gemischter fundamentaler Hintergrund XAU/USD in der engen Spanne gefangen hält, die in der vergangenen Woche zu beobachten war. Die kurzfristige Richtung von Gold hängt von Signalen der Federal Reserve (Fed) und Entwicklungen im Nahen Osten ab, während der US-Wirtschaftskalender nur wenige Impulse bietet.
Das Protokoll der Juli-Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC), das um 18:00 GMT veröffentlicht wird, dürfte genau beobachtet werden, da die Unsicherheit über die Zinsaussichten der Fed anhält.
Seit der Juli-Sitzung haben schwächer als erwartet ausgefallene Daten vom Arbeitsmarkt und zur Inflation die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der kommenden Sitzung verringert. Händler haben die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September laut dem CME FedWatch Tool anschließend auf nur 32% gesenkt, was dazu beiträgt, die Abwärtsrisiken für Gold zu begrenzen.
Allerdings hält der durch den Krieg im Nahen Osten ausgelöste Energieschock die Inflationsrisiken weiterhin nach oben gerichtet und stützt die Erwartung, dass die Fed letztlich die Zinsen anheben könnte.
Diese Sorgen spiegeln sich teilweise in den längerfristigen Renditen von US-Staatsanleihen wider, die trotz des moderaten Rückgangs am Mittwoch erhöht bleiben. Hohe Renditen begrenzen den Aufwärtstrend von Gold, da sie die Opportunitätskosten für das Halten des zinslosen Metalls erhöhen.
Analysten von ING heben hervor, dass der "ungeklärte Konflikt im Nahen Osten die Energiepreise gestützt hält und teilweise zum Anstieg der Renditen am langen Ende beiträgt."
Für die kurzfristige Entwicklung sieht ING den wichtigsten Katalysator in „der heutigen Veröffentlichung des FOMC-Protokolls für die Juli-Sitzung“. Sie erinnern ihre Kunden daran, dass „die Abstimmung mit 9 zu 3 für unveränderte Zinsen ausfiel und das Ereignis für das kurze Ende der US-Zinskurve und den Dollar dovish war, während das lange Ende verkauft wurde“, was darauf hindeutet, dass jede Wiederholung dieses Tons erneut auf das vordere Ende der Kurve und den Dollar drücken könnte, selbst wenn die Renditen am langen Ende weiterhin empfindlich auf höhere Energiepreise und geopolitische Risiken reagieren
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei etwa 99,37 und liegt damit 0,30 % im Minus gegenüber dem Vortag

Das Metall hält sich über dem 20-Tage-Bollinger-Simple-Moving-Average (SMA) bei 4.219 USD, doch der kurzfristige Ton wirkt gedeckelt, da der Preis knapp unter dem 100-Tage-SMA bei 4.381 USD liegt
Das obere Bollinger-Band bei 4.519 USD markiert die Obergrenze des aktuellen Volatilitätskorridors, während ein leicht erhöhter Relative Strength Index (RSI) auf dem Tages-Chart bei 59 und ein weiterhin positives Histogramm des Moving Average Convergence Divergence (MACD) auf begrenztes bullisches Momentum statt auf eine klare Fortsetzung des Trends hindeuten
Auf der Abwärtsseite könnte ein Bruch unter die jüngste Range-Unterstützung bei 4.300 USD das mittlere Bollinger-Band nahe 4.219 USD freilegen. Die psychologische Marke von 4.000 USD bietet die nächste Unterstützung, gefolgt vom unteren Bollinger-Band bei 3.920 USD
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.