West Texas Intermediate (WTI) – der US-Benchmarkpreis für Rohöl – erreicht während der asiatischen Sitzung am Mittwoch ein fast dreiwöchiges Hoch, tut sich jedoch schwer, über die Marke von 85,00 USD hinaus weiteres Momentum aufzubauen. Der Rohstoff hält jedoch am vierten Tag in Folge an einer positiven Tendenz fest und scheint angesichts geopolitischer Unsicherheiten aus der Pattsituation zwischen den USA und dem Iran weiter zulegen zu können.
Präsident Donald Trump veröffentlichte auf Truth Social eine Karte, die die strategische Straße von Hormus als neues US-Territorium darstellt, und sagte, die Seeblockade iranischer Häfen bleibe weiterhin in vollem Umfang in Kraft. Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, sagte hingegen, die kritische Wasserstraße werde so lange geschlossen bleiben, bis die USA die im Rahmen eines Memorandums of Understanding vom Juni vereinbarten Bedingungen erfüllten. Dies hält die Kriegsrisikoprämie im Spiel und bestätigt den kurzfristig positiven Ausblick für die Rohölpreise.
Aus technischer Sicht behält WTI oberhalb des 38,2%-Fibonacci-Retracement-Levels des Rückgangs von Juli bis August eine kurzfristig bullische Tendenz bei. Zudem deuten der Relative Strength Index (RSI) bei 56,90 und der Moving Average Convergence Divergence (MACD) bei 0,47 beide auf ein leicht konstruktives Momentum hin. Die breitere Struktur signalisiert weiterhin nur begrenztes Aufwärtspotenzial, solange der Preis unter dem 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) als entscheidendem Widerstand bei 86,09 USD und dem 50,0%-Retracement bei 87,06 USD bleibt.
Darauf folgt das 61,8%-Fibo.-Niveau bei 91,73 USD, dessen Rückeroberung ein stärkeres bullisches Signal darstellen würde. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 38,2%-Fibo.-Retracement bei 82,38 USD, gefolgt von tieferen strukturellen Unterstützungen bei 76,60 USD und 67,25 USD, wo Käufer bei einem stärkeren Rücksetzer voraussichtlich wieder robusteres Interesse zeigen würden.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.