Der Goldpreis (XAU/USD) steigt am Donnerstag im frühen asiatischen Handel auf nahe 4.255 USD. Das Edelmetall setzt seine Rallye fort und verzeichnet den größten Tagesanstieg seit Februar, da die Zuversicht über eine mögliche Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus die durch Energiepreise ausgelösten Inflationssorgen lindert und die Wahrscheinlichkeit verringert, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen anheben wird.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, sagte am Mittwoch, dass ein Abkommen mit Oman über eine Route durch die Straße von Hormus „finalisiert“ werde, die USA und Israel jedoch weiterhin eine Gefahr für Schiffe in der wichtigen Wasserstraße darstellten.
Unterdessen behauptete US-Präsident Donald Trump, dass am Mittwoch eine Einigung erzielt werden könnte, wobei anhaltende diplomatische Bemühungen möglicherweise den Weg für die Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den USA und Iran ebnen könnten. US-Außenminister Marco Rubio und Finanzminister Scott Bessent erklärten beide, dass in diesen Gesprächen Fortschritte erzielt worden seien.
Berichte über eine mögliche Zwischenvereinbarung zur Räumung und Wiedereröffnung der wichtigen Wasserstraße könnten die Inflationssorgen lindern und die Erwartungen an aggressive Zinserhöhungen der Fed dämpfen. Dies wiederum könnte das gelbe Metall kurzfristig stützen.
Händler werden die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für Juli, die später am Freitag ansteht, genau beobachten. Dieser Bericht könnte einige Hinweise auf die Lage des Arbeitsmarktes und den Zinspfad in den USA liefern. Ökonomen erwarten, dass die Nonfarm Payrolls (NFP) im Juli um 80.000 steigen werden, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum voraussichtlich unverändert bei 4,2% bleiben wird. Sollten die Daten stärker als erwartet ausfallen, könnte dies dem Greenback Auftrieb geben und den auf USD lautenden Rohstoffpreis belasten.
Analysten bei Commerzbank heben hervor, dass die jüngste Unterstützungsphase für Gold einsetzte, als "die Renditen von US-Staatsanleihen entlang der gesamten Kurve fielen, da niedrigere Ölpreise die Inflationssorgen linderten," was zusammen mit dem allgemein positiven Risikoton dazu beitrug, die Erholung des Metalls zu untermauern.
Im Tages-Chart hat sich XAU/USD wieder über die Komponente des 20-Tage-Simple Moving Average (SMA) der Bollinger-Bänder geschoben und damit den kurzfristigen Ton auf neutral mit leicht bullischer Tendenz verschoben, doch die breiteren Gewinne bleiben gedeckelt, solange der Kurs unter dem Widerstand des 100-Tage-SMA bleibt. Das obere Bollinger-Band fungiert nun nach seiner Rückeroberung als unmittelbare Unterstützung, während der Relative Strength Index (14) bei 60,95 ein solides, aber nicht überdehntes Aufwärtsmomentum zeigt und darauf hindeutet, dass die Käufer noch etwas Spielraum haben, bevor sie auf überkaufte Bedingungen stoßen.
Auf der Oberseite wäre ein anhaltender Ausbruch über den 100-Tage-SMA bei rund 4.400 USD erforderlich, um höhere bullische Ziele freizulegen und eine klarere Fortsetzung der Aufwärtsbewegung zu signalisieren. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung nun um das kürzlich zurückeroberte obere Bollinger-Band bei nahe 4.185 USD, gefolgt von der Region des mittleren Bollinger-Bands / 20-Tage-SMA bei rund 4.070 USD; ein Verlust dieses Bereichs würde wahrscheinlich einen tieferen Rücksetzer in Richtung der Unterstützung am unteren Bollinger-Band bei nahe 3.950 USD auslösen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.