Gold (XAU/USD) startet positiv in die Woche, obwohl den Käufern die Überzeugung fehlt, da die Märkte widersprüchliche US-Iran-Schlagzeilen abwägen und mit Blick auf US-Arbeitsmarktdaten nach neuen Hinweisen zum geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) suchen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels notiert XAU/USD bei rund 4.050 USD und damit 0,20% höher als am Vortag, nachdem im Tagesverlauf ein Hoch bei 4.084 USD erreicht wurde.
US-Präsident Donald Trump sagte am Wochenende, er habe einen geplanten Angriff auf den Iran abgesagt, wobei die Verhandlungen am Montag beginnen sollen. Die Ankündigung nährte Hoffnungen auf ein Friedensabkommen und ließ die Ölpreise deutlich fallen, wobei West Texas Intermediate (WTI) zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels um mehr als 7% nachgab.
Der Rückgang der Ölpreise lindert unmittelbare Inflationssorgen und drückt die Renditen von US-Staatsanleihen nach unten, was Gold Unterstützung bietet. Allerdings halten Lieferunterbrechungen durch die Straße von Hormus die Ölpreise über dem Vorkriegsniveau.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, sagte zudem, Teheran führe derzeit keine Gespräche mit Washington, was die Händler hinsichtlich der Chancen auf ein Abkommen und einer vollständigen Wiedereröffnung der Straße skeptisch hält.
Infolgedessen bleiben die breiteren Inflationssorgen bestehen, und Händler sehen weiterhin eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr anheben wird. Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, sagte am Montag, die „Zinspolitik sei weiterhin gut positioniert, um 2% Inflation zu erreichen“, und fügte hinzu, dass „wenn die Inflation nicht auf Kurs in Richtung 2% ist, die Fed eingreifen wird, um die Preisstabilität wiederherzustellen“.
Das CME FedWatch Tool zeigt, dass Händler eine 65%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September sehen. Diese hawkischen Wetten begrenzen das Aufwärtspotenzial von Gold weiterhin, trotz der breiten Schwäche des US-Dollars (USD), die durch Interventionen japanischer Behörden zur Stützung des Yen ausgelöst wurde.
Im US-Wirtschaftskalender steht später am Montag der ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe an, gefolgt vom JOLTS-Bericht über offene Stellen am Dienstag, der ADP-Beschäftigungsänderung am Mittwoch und den Nonfarm Payrolls (NFP) am Freitag.

Im Tageschart behält XAU/USD einen gedeckelten Ton bei, da der Kurs unter dem 21-Tage-Simple Moving Average (SMA) und deutlich unter den 50-Tage- und 100-Tage-SMAs notiert.
Diese Konstellation deutet darauf hin, dass der breitere Trend weiterhin unter Druck steht, auch wenn sich der Relative Strength Index (RSI) bei 46 wieder in Richtung der neutralen Marke erholt hat und der Average Directional Index (ADX) bei 27 nach dem jüngsten Rückgang auf nachlassende Trendstärke hindeutet.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand beim 21-Tage-SMA nahe 4.066 USD, gefolgt von einer wichtigeren Hürde beim 50-Tage-SMA um 4.175 USD, wobei der 100-Tage-SMA bei 4.416 USD die breitere bärische Begrenzung untermauert.
Auf der Unterseite liegt die anfängliche Unterstützung bei der horizontalen Marke von 4.000 USD, vor einer tieferen strukturellen Untergrenze bei 3.850 USD, und ein Tagesschluss unter 4.000 USD würde wahrscheinlich den Weg in Richtung der unteren Begrenzung dieser Unterstützungszone wieder öffnen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.