Gold (XAU/USD) eröffnet die neue Woche mit einer moderaten bärischen Kurslücke und rutscht während der asiatischen Sitzung näher an die Marke von 4.050 USD zurück. Eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Schließung der Straße von Hormus treiben die Rohölpreise nach oben und beleben die Inflationsängste. Dies stärkt wiederum die Erwartungen an erhöhte Zinssätze durch die US-Notenbank (Fed), was den sicheren Hafen US-Dollar (USD) begünstigt und Kapitalströme vom Gold wegführt.
Die USA haben am Wochenende eine großangelegte Angriffsrunde auf den Iran gestartet, während der Iran mit Raketenangriffen auf US-Militärstützpunkte im Golf reagierte. Hinzu kommt, dass die Islamische Revolutionsgarde des Iran (IRGC) ein weiteres Handelsschiff in der Straße von Hormus beschoss und die Schließung der wichtigen Wasserstraße ankündigte. Dies erhöht die Unsicherheit auf den globalen Energiemärkten und löst eine neue Aufwärtsbewegung der Rohölpreise aus, was Sorgen über energiegetriebene inflationsbedingte Druckfaktoren schürt und die Wetten auf Zinserhöhungen der US-Zentralbank bekräftigt.
Laut dem FedWatch Tool der CME Group rechnen Händler derzeit mit einer fast 90%igen Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed bis Ende dieses Jahres. Der Ausblick unterstützt weiterhin die erhöhten Renditen von US-Staatsanleihen, was dem Greenback hilft, seine Erholung von einem über eine Woche alten Tief, das am Freitag erreicht wurde, auszubauen, und gleichzeitig den nicht renditeträchtigen Goldpreis unter Druck setzt. Die USD-Bullen wirken jedoch zögerlich und warten auf weitere Hinweise zur geldpolitischen Ausrichtung der US-Zentralbank. Daher liegt der Fokus in dieser Woche auf der Kongressanhörung von Fed-Chef Kevin Warsh.
Darüber hinaus werden Händler die Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex (CPI) am Dienstag und des Erzeugerpreisindex (PPI) am Mittwoch abwarten. Die entscheidenden Inflationszahlen werden eine Schlüsselrolle bei der Beeinflussung der kurzfristigen USD-Preisdynamik spielen und dem Edelmetall neuen Schwung verleihen. Dennoch scheint das fundamentale Umfeld zugunsten der XAU/USD-Bären geneigt zu sein, was darauf hindeutet, dass Kursanstiege eher zum Verkauf genutzt werden und begrenzt bleiben dürften.
Aus technischer Sicht bleibt das Edelmetall deutlich unter dem einfachen 200-Tage-SMA und zeigt innerhalb eines abwärts geneigten Parallels eine bärische Tendenz. Der Relative Strength Index (RSI) pendelt nahe 40, und das Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Histogramm ist, obwohl es sich von jüngsten Höchstständen abgeschwächt hat, leicht positiv. Dies deutet auf ein nur moderates Abwärtsmomentum hin.
Zwischenzeitlich liegt die erste nennenswerte Unterstützung an der psychologischen Marke von 4.000 USD vor dem Jahrestief bei rund 3.942 USD. Ein überzeugender Bruch darunter würde die untere Begrenzung des Kanals freilegen, die derzeit bei etwa 3.782,83 USD liegt, wo Käufer versuchen könnten, den Rückgang zu stabilisieren, falls der Verkaufsdruck zunimmt. Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand am oberen Kanalrand nahe 4.291,51 USD, wobei ein Ausbruch über diese Barriere erforderlich wäre, um die derzeitige bärische Stimmung zu lockern. Der 200-Tage-SMA bei etwa 4.494,65 USD stellt jedoch eine stärkere Widerstandszone dar, die zurückerobert werden müsste, um eine nachhaltigere bullische Trendwende zu signalisieren.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.