Gold (XAU/USD) legt am Dienstag moderat um 0,16 % zu, da sich die Risikoappetit nach der Einstellung der Feindseligkeiten zwischen Israel und der Hisbollah aufgrund der Intervention des US-Präsidenten Donald Trump verbessert. Das XAU/USD-Paar notiert nahe der Marke von 4.500 USD, nachdem es von den Tagestiefs bei 4.463 USD abgeprallt ist.
Der Nahe Osten tritt in eine Phase der Bewertung ein, da Iran den US-Vorschlag prüft. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete unter Berufung auf eine Quelle, dass die Nachrichtenübermittlung zwischen Washington und Teheran „vor einigen Tagen“ eingestellt wurde, was auf ein Aussetzen der Verhandlungen hindeutet. Es ist erwähnenswert, dass Iran einen Waffenstillstand anstrebt, der Israels Einmarsch gegen die Hisbollah stoppt.
Die Risikoappetit hat sich verbessert, was die Flucht in den sicheren Hafen US-Dollar belastet, während die Ölpreise frühere Verluste ausgleichen und um 0,70 % über die Marke von 93,00 USD steigen. Die Renditen der US-Staatsanleihen haben einen Teil ihres Rückgangs wieder aufgeholt, wobei der anfängliche Einbruch durch Spekulationen der Händler auf eine Konfliktlösung verursacht wurde, die die Inflationserwartungen senken könnte.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den US-Dollar gegenüber sechs Währungen misst, verharrt bei 99,17. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe steigt um 1 Basispunkt auf 4,461 %.
Arbeitsmarktdaten aus den USA zeigten, dass die offenen Stellen auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren gestiegen sind, was die Befürchtungen der Federal Reserve (Fed) bezüglich einer Schwäche am Arbeitsmarkt mildert. Die US-Job Openings and Labor Turnover Survey (JOLTS) stieg im April auf 7,618 Millionen von 6,887 Millionen im März und übertraf damit die Prognosen von 6,88 Millionen.
Beth Hammack von der Cleveland Fed stellte fest, dass die „Arbeitsmarktdaten auf Stabilität hinweisen“ und die „Arbeitslosenquote nahe dem Vollbeschäftigungsniveau“ liegt. Sie äußerte jedoch weiterhin Bedenken hinsichtlich der Inflation und deutete an, dass die Fed „bald“ handeln müsse, falls die Inflation anhält.
Vor dem Hintergrund der allgemeinen Lage scheint Gold bereit zu sein, sich weiter zu konsolidieren, da ein frischer Katalysator fehlt und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die USA und Iran in naher Zukunft eine Einigung erzielen könnten. In diesem Fall könnte das gelbe Metall durch fallende Ölpreise und Spekulationen auf eine weniger restriktive US-Notenbank gestützt werden.
Die Aufmerksamkeit der Händler richtet sich auf die Veröffentlichung des Nonfarm Payrolls-Berichts für Mai am Freitag, während am Mittwoch das Beige Book der Fed und der ISM Services PMI im Fokus stehen werden.
Obwohl der Goldpreis die Marke von 4.500 USD zurückerobert hat, gelang es ihm nicht, das Wochenhoch zu überwinden, was weiteren Abwärtsdruck eröffnet. Der Relative Strength Index (RSI) zeigt, dass das Momentum weiterhin bärisch ist und weitere Verluste möglich sind.
Wenn XAU/USD die Zone um 4.450 USD durchbricht, könnten Verkäufer die Preise in Richtung des 200-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.416 USD drücken. Bei weiterer Schwäche wäre die nächste Station 4.400 USD, gefolgt vom Tagestief vom 23. März bei 4.098 USD.
Auf der Oberseite liegt der erste interessante Bereich bei 4.500 USD, gefolgt vom 20-Tage-SMA bei 4.580 USD. Ein Durchbruch über Letzteren würde die Marke von 4.600 USD freilegen.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.