Gold (XAU/USD) steigt am Dienstag an, bleibt jedoch innerhalb einer zweiwöchigen Handelsspanne, während Händler die sich schnell ändernden Schlagzeilen aus dem Nahen Osten verfolgen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt XAU/USD um etwa 4.530 USD und liegt damit fast 1 % im Plus für den Tag.
US-Präsident Donald Trump sagte, die US-Iran-Verhandlungen würden "in einem schnellen Tempo" fortgesetzt, trotz Berichten, dass der Iran die Gespräche ausgesetzt habe. Trump sagte am Montag auch gegenüber ABC News, er erwarte, dass Washington und Teheran innerhalb der nächsten Woche eine Vereinbarung zur Verlängerung des Waffenstillstands und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus erzielen würden.
Unterdessen teilte die libanesische Botschaft in den USA mit, dass die Hisbollah einem von den USA unterstützten Vorschlag für eine "gegenseitige Einstellung der Angriffe" zugestimmt habe. Diese Entwicklung folgte auf Trumps Aussage auf Truth Social, dass Israel nach Gesprächen mit Vertretern seine geplante Operation gegen die Hisbollah in Beirut abgesagt habe, während die Hisbollah ebenfalls zugestimmt habe, Israel nicht anzugreifen.
Die Marktstimmung verbessert sich nach den jüngsten Entwicklungen etwas, was den US-Dollar (USD) und die Rohölpreise leicht sinken lässt und dem XAU/USD hilft, sich von unter 4.500 USD zu erholen.
Dennoch fehlt dem Metall Aufwärtsdynamik, da steigende Inflationssorgen im Zusammenhang mit höheren Energiepreisen den Disinflationsfortschritt der Federal Reserve (Fed) ins Stocken gebracht haben, was die Wahrscheinlichkeit einer längeren Phase höherer Zinssätze erhöht.
Die US-Inflation hat sich seit Beginn des US-Iran-Kriegs Ende Februar stark beschleunigt und entfernt sich weiter vom 2%-Ziel der Zentralbank.
Vor Beginn des Krieges erwarteten die Märkte mindestens zwei Zinssenkungen in diesem Jahr. Diese Sichtweise hat sich nun verschoben, wobei Händler laut dem CME FedWatch Tool die Möglichkeit einer Zinserhöhung vor Jahresende einpreisen. Gold, das keine Rendite bietet, performt typischerweise besser, wenn die Kreditkosten niedrig sind.
Die USA und der Iran liegen in mehreren Schlüsselfragen weit auseinander, und solange kein Friedensabkommen erzielt und die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet wird, könnte Gold weiterhin innerhalb seiner jüngsten Handelsspanne verbleiben. Händler scheinen auch zögerlich, die Preise nach unten zu drücken, da sich die Lage im Nahen Osten weiterentwickelt.
Auf der Datenfront richten die Märkte diese Woche ihre Aufmerksamkeit auf die US-Arbeitsmarktdaten, darunter den JOLTS Job Openings Bericht am Dienstag, die ADP Beschäftigungsveränderung am Mittwoch und den Nonfarm Payrolls (NFP) Bericht am Freitag.

Im Tageschart behält XAU/USD eine kurzfristig bärische Tendenz bei, da der Kurs unterhalb der 50-Tage Simple Moving Average (SMA) und der 100-Tage SMA bleibt, jedoch über der 200-Tage SMA bei 4.416 USD notiert.
Der Relative Strength Index (RSI) bei 45 liegt unter der neutralen 50er-Linie, und der Moving Average Convergence Divergence (MACD) Indikator ist leicht negativ, was zusammen auf eine gedämpfte Aufwärtsdynamik hinweist, während die Preise unter diesen wichtigen Trendlinien konsolidieren.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand bei der 50-Tage SMA um 4.630 USD, gefolgt von einer weiteren Barriere an der 100-Tage SMA nahe 4.801 USD. Auf der Unterseite bildet die 200-Tage SMA bei 4.416 USD die erste bedeutende Unterstützungszone, und ein nachhaltiger Bruch unter diesen längerfristigen Durchschnitt würde wahrscheinlich den Weg für eine tiefere Korrekturphase im XAU/USD ebnen.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.