Das Rohstoffteam der Commerzbank um Barbara Lambrecht geht davon aus, dass der Brent-Ölpreis wieder unter 100 US-Dollar gefallen ist, da die Märkte zunehmend auf ein mögliches Abkommen mit dem Iran setzen. Eine schnelle Normalisierung der Ölexporte aus der Golfregion halten die Analysten jedoch für unwahrscheinlich. Minenräumungen, Schäden an der Infrastruktur und begrenzte Tankerkapazitäten dürften die Erholung verzögern. Gleichzeitig bleibe die durch den US-Ölpreis WTI getriebene Bohraktivität zu schwach, um in den kommenden Monaten einen deutlichen Produktionsanstieg auszulösen.
„Die Hoffnungen auf ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Konflikts sind durch die jüngsten US-Angriffe auf iranische Raketenstellungen und Schiffe, die angeblich versucht haben sollen, Minen in der Straße von Hormus zu verlegen, etwas gedämpft worden. Dennoch bleibt das Vertrauen der Marktteilnehmer hoch.“
„Dementsprechend wird ein Barrel Brent-Öl wieder unter 100 US-Dollar gehandelt und kostet damit gut 10 Prozent weniger als noch vor einer Woche.“
„Nach Einschätzung der IEA wird der Markt erst gegen Ende des vierten Quartals wieder ins Gleichgewicht zurückkehren.“
„Dies entspricht auch der Prognose der US-Energiebehörde EIA, die davon ausgeht, dass die Produktion in den kommenden Monaten auf dem aktuellen Niveau stagnieren wird.“
„Der jüngste Anstieg der Bohraktivitäten deutet nicht auf eine bedeutende Ausweitung der US-Ölproduktion hin.“
„Dafür müsste die Zahl der aktiven Ölbohranlagen deutlich stärker steigen.“