Der Goldpreis (XAU/USD) steigt am Montag im frühen asiatischen Handel auf knapp 4.570 US-Dollar. Das Edelmetall zieht nach Berichten, dass die Vereinigten Staaten (USA) und der Iran kurz vor einem Abkommen stehen, das die Straße von Hormus wieder öffnen würde, einige Käufer an, da der US-Dollar (USD) schwächer notiert.
Bloomberg berichtete am Sonntag, dass Washington und Teheran Fortschritte bei den Gesprächen zur Beendigung des Krieges signalisiert haben, obwohl US-Präsident Donald Trump sagte, er werde sich nicht „überstürzt“ auf eine Vereinbarung einlassen. Letzte Woche erklärte US-Außenminister Marco Rubio, dass es „gute Zeichen“ gebe, dass eine Vereinbarung zur Beendigung des Konflikts in Sicht sei, warnte jedoch, dass ein solches Abkommen „unrealistisch“ wäre, wenn der Iran Maßnahmen ergreift, um dauerhaft die Kontrolle über den Schiffsverkehr durch die kritische Wasserstraße zu übernehmen.
Die Unsicherheit über ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran schürt wachsende Befürchtungen, dass anhaltende Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus das globale Wirtschaftswachstum beeinträchtigen werden.
Händler werden die Veröffentlichung des US-Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Donnerstag genau beobachten. Jegliche Anzeichen einer höheren Inflation in den USA könnten eine potenzielle Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) verstärken und den in US-Dollar notierten Rohstoffpreis belasten.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.