West Texas Intermediate (WTI) – der US-Rohöl-Benchmark – zieht am dritten Tag in Folge Käufer an und steigt während der asiatischen Handelssitzung am Montag auf ein Zwei-Wochen-Hoch. Der Rohstoff notiert derzeit um die Region von 102,30 USD, ein Tagesplus von 1,35 %, und scheint angesichts der steigenden geopolitischen Spannungen weiter aufzuwerten.
In einem Beitrag auf Truth Social warnte US-Präsident Donald Trump Iran, dass die „Uhr tickt“ und „nichts mehr übrig sein wird“, wenn nicht bald gehandelt werde, und fügte hinzu, dass „Zeit von entscheidender Bedeutung“ sei. Zudem berichtete The Times of Israel am Samstag, dass Israel und die USA aktiv militärische Vorbereitungen vorantreiben, um möglicherweise koordinierte Angriffe gegen Iran wieder aufzunehmen. Dies erhöht das Risiko einer weiteren Eskalation im Nahen Osten und wirkt als Rückenwind für die Rohölpreise.
Unterdessen bleiben die Friedensgespräche zwischen den USA und Iran aufgrund großer Meinungsverschiedenheiten über Irans Nuklearprogramm ins Stocken geraten. Dies, zusammen mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen und der faktischen Schließung der Straße von Hormus, hält die geopolitischen Risikoaufschläge aufrecht. Abgesehen davon stützen Sorgen über mögliche Unterbrechungen der globalen Ölversorgung das schwarze Gold und untermauern die Argumentation für eine Fortsetzung der jüngsten starken Erholungsbewegung von unter 87,00 USD, dem Monatstief.
Das heißt jedoch, dass ein insgesamt festerer US-Dollar (USD), der tendenziell die Nachfrage nach dem auf USD lautenden Rohstoff schwächt, das weitere Aufwärtspotenzial der Rohölpreise begrenzen könnte. Vor dem Hintergrund der erneuten Spannungen zwischen den USA und Iran heben Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) im Jahr 2026 den US-Dollar-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Währungskorb abbildet, auf den höchsten Stand seit dem 7. April. Dies könnte die Bullen davon abhalten, auf weitere Kursgewinne des Rohstoffs zu setzen.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.