Das Währungspaar GBP/USD baut die schweren Verluste der letzten Woche aus und bleibt am Montag zum fünften Tag in Folge unter Verkaufsdruck. Die Kassapreise fallen während der asiatischen Sitzung auf die Marke von 1,3300, den niedrigsten Stand seit dem 8. April, und wirken angesichts eines insgesamt festeren US-Dollars (USD) anfällig.
Vor dem Hintergrund steigender Wetten auf eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) im Jahr 2026 stützt das Risiko einer weiteren Eskalation der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiterhin den sicheren Hafen Greenback. Tatsächlich warnte US-Präsident Donald Trump den Iran, dass die „Uhr tickt“ und „nichts mehr übrig sein wird“, wenn nicht bald gehandelt wird, und fügte hinzu, dass „Zeit von entscheidender Bedeutung“ sei. Hinzu kommt, dass die Times of Israel am Samstag berichtete, dass Israel und die USA aktiv militärische Vorbereitungen vorantreiben, um möglicherweise koordinierte Angriffe gegen den Iran wieder aufzunehmen.
Darüber hinaus dämpfen erhebliche Meinungsverschiedenheiten über Irans Atomprogramm und die Straße von Hormus die Hoffnungen auf eine Friedensvereinbarung, was die Rohölpreise auf ein Zwei-Wochen-Hoch hebt. Dies belebt inflationsbedingte Sorgen und stärkt die Markterwartungen für eine restriktivere Fed. Laut dem FedWatch Tool der CME Group preisen Händler nun eine über 50%ige Wahrscheinlichkeit ein, dass die US-Notenbank die Kreditkosten bis Ende dieses Jahres anheben wird. Der Ausblick unterstützt wiederum erhöhte Renditen von US-Staatsanleihen und begünstigt den USD weiter, der als belastend für das Währungspaar GBP/USD gilt.
Das britische Pfund (GBP) steht hingegen unter Druck aufgrund der inländischen politischen Unsicherheit, nachdem Premierminister Sir Keir Starmer zum Rücktritt aufgefordert wird, infolge der erheblichen Verluste der regierenden Labour-Partei bei den jüngsten Kommunalwahlen. Zudem deutet der Rücktritt von UK-Gesundheitsminister Wes Streeting am vergangenen Donnerstag auf eine sich vertiefende Krise innerhalb der Partei hin, was wiederum die Argumente für eine weitere kurzfristige Abwertung des Sterling und des GBP/USD-Paares stützt.
Im weiteren Verlauf werden Händler diese Woche mit der Veröffentlichung wichtiger britischer makroökonomischer Daten konfrontiert, beginnend mit den monatlichen Beschäftigungszahlen am Dienstag. Darauf folgen am Mittwoch die neuesten Verbraucherpreisinflationszahlen, die eine Schlüsselrolle bei der Beeinflussung der Zinserwartungen der Bank of England (BoE) spielen und dem GBP einen bedeutenden Impuls verleihen werden. Der fundamentale Hintergrund scheint jedoch zugunsten der Bären im GBP/USD geneigt zu sein.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.