Der Goldpreis (XAU/USD) notiert am Dienstag im frühen asiatischen Handel im positiven Bereich um 4.750 USD. Das Edelmetall steigt leicht an, während die Händler die Entwicklungen in der US-iranischen Diplomatie bewerten und auf wichtige US-Inflationsdaten warten, die später am Dienstag veröffentlicht werden.
US-Präsident Donald Trump lehnte am Wochenende einen iranischen Friedensvorschlag ab und bezeichnete ihn als „völlig inakzeptabel“. Dies hat Unsicherheit geschürt und die Rohölpreise auf einem hohen Niveau gehalten. Trump sagte später am Montag, der Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern befinde sich auf „lebenserhaltender Unterstützung“.
Der US-Verbraucherpreisindex (VPI)-Bericht für April wird später am Tag im Fokus stehen. Es wird erwartet, dass der Gesamt-VPI im April im Jahresvergleich um 3,7 % steigt, verglichen mit 3,3 % im März, was durch die stark gestiegenen Ölpreise getrieben wird. Der Kern-VPI wird voraussichtlich im April um 2,7 % im Jahresvergleich zulegen, gegenüber zuvor 2,6 %.
Jegliche Anzeichen einer höheren Inflation in den USA könnten zu Erwartungen führen, dass die US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) die Zinssätze länger auf einem höheren Niveau halten wird. Dies könnte wiederum den US-Dollar (USD) stärken und den in USD notierten Rohstoffpreis belasten.
„Es gibt nur etwas Schnäppchenjagd und Positionierung im Vorfeld der US-Inflationsdaten in dieser Woche“, sagte Jim Wyckoff, Marktanalyst bei American Gold Exchange.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.